Puff-Besitzer verhindert Bau in Schwerzenbach
Fünf Geschosse, 128 Wohnungen, diverse Ateliers und Gewerberäume, und dies keine fünf Gehminuten vom Bahnhof Schwerzenbach entfernt: Das ist die Überbauung Ifang-Park. Doch aus dem Vorhaben wird nun erst einmal nichts, denn das Zürcher Verwaltungsgericht hat die dafür notwendige Baubewilligung aufgehoben. Das schreibt die NZZ bezugnehmend auf das publizierte Urteil.
Das Gericht begründet den Entscheid mit dem Lärmschutz: « Ein konsequenter Versuch, die lärmempfindlichen Räume möglichst auf die ruhige Gebäudeseite auszurichten, ist nicht erkennbar», heisst es im Urteil. Unter lärmschutzrechtlichen Aspekten sei das Projekt nicht bewilligungsfähig. Das Baurekursgericht hatte die Baubewilligung noch gestützt und den Rekurs abgewiesen.
Der Faktor Zeit
Der Entscheid ist ein Sieg für Ingo Heidbrink, der auf der Parzelle neben der geplanten Überbauung den Sexclub Globe betreibt und seit Jahren gegen den Ifang-Park kämpft – bisher immer vergebens. 2008 wollte er eine Änderung des Zonenplans verhindern. Dann ging er gegen den betreffenden privaten Gestaltungsplan vor, den er bis vor Bundesgericht zog.
Die lange Dauer des Verfahrens hat den Erfolg Heidbrinks begünstigt. Denn ein Jahr nach der Baubewilligung durch die Gemeinde Schwerzenbach wurde die Praxis für die Lärmmessung geändert, das Bundesgericht hatte sie als «bundesrechtswidrig» taxiert, weil damit der Lärmschutz bei Wohnbauten ausgehebelt werde, wie die NZZ schreibt. Sowohl das Baurekursgericht als auch das Verwaltungsgericht passten in der Folge ihre Rechtsprechung an.
«Einfach so» aufgehoben
Auf der Gemeinde sei man vom Urteil «völlig überrascht», zitiert die Zeitung Karl Rütsche, den Leiter der Abteilung Bau und Liegenschaften. Er habe es noch nie erlebt, dass die Bewilligung für eine so grosse Überbauung «einfach so» aufgehoben werde. Wie es weitergehe, sei gemäss Rütsche noch offen. Denkbar sei etwa, dass man versuche, die lärmempfindlichen Räume anders anzuordnen.
