«Wir wollen die Kirchgemeinde nicht starr aufteilen»
Drei Dörfer, eine Kirchgemeinde. Seit Januar dieses Jahres sind die reformierten Kirchen von Schlatt, Elsau und Elgg fusioniert. Und bereits ein halbes Jahr später kam erneut ein kleiner Umbruch: Am 1. Juli haben zwei neue Pfarrerinnen ihre Stelle in der Kirchgemeinde angetreten.
Dies ist zum einen Sonja Zryd. Sie wurde im Februar als Pfarrperson gewählt und hat ein 80-Prozent-Pensum in Elsau. Die zweite neue Pfarrerin ist Johanna Breidenbach in Elgg. Für sie ist es ihre erste richtige Pfarrstelle. Da sie ihre Ausbildung in Deutschland absolviert hat, kann sie in den ersten zwei Jahren nur als Stellvertreterin arbeiten. Breidenbach hat ein Arbeitspensum von 50 Prozent.
Die Kirchgemeinde im Blick
Sie komplettieren zusammen mit Stefan Gruden, der ebenfalls für Elgg zuständig ist, und dem Schlatter Pfarrer Kurt Gautschi das vierköpfige Pfarrteam der Kirchgemeinde. Und im Team wollen sie auch zusammenarbeiten. «Das ist ein Weg, den wir jetzt zusammen angefangen haben », sagt Johanna Breidenbach. Dazu gehört namentlich, dass die Pfarrpersonen zwar primär in einem Dorf arbeiten, aber nicht nur. «Optimal wäre, wenn wir immer die gesamte Kirchgemeinde im Blick haben.»
«Wir können gar nicht in dörflichen Strukturen denken.»
Johanna Breidenbach, Pfarrerin
Doch dies bringt auch besondere Herausforderungen mit sich, ist Sonja Zryd überzeugt. «Wir müssen immer einen Spagat machen. Zum einen wollen wir die Kirchgemeinde nicht starr aufteilen, doch die Leute haben auch ein Bedürfnis zu wissen, wer ihre Pfarrperson ist.»
Bereits in Schlatt bekannt
Dass nun in dieser Phase kurz nach der Fusion zwei neue Pfarrerinnen ins Team kommen, sieht Breidenbach als Chance. «Meine Kollegin und ich kommen beide von aussen. Wir können gar nicht in den etablierten dörflichen Strukturen denken.»
«Seit Juli hat die gesamte Kirchgemeinde 60 Stellenprozent weniger.»
Sonja Zryd, Pfarrerin
Den Reformierten in der Kirche Schlatt sind die beiden neuen Pfarrerinnen auch schon bekannt. Beide haben dort bereits einen Gottesdienst gefeiert. Und werden dies auch in Zukunft gelegentlich tun.
Dies hat auch mit den reduzierten Pensen der Pfarrpersonen zu tun: «Seit Juli hat die gesamte Kirchgemeinde 60 Stellenprozent weniger», erklärt Sonja Zryd. Da müsse langfristig auch die Anzahl der Gottesdienste reduziert werden, damit noch Zeit für andere Angebote bleibe und den Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit in der gesamten Kirchgemeind e.
Kein Stress bei der Pfarrwahl
Mit den beiden neuen Pfarrerinnen wird in absehbarer Zeit nicht die letzte Veränderung im Pfarrteam abgeschlossen sein. Die Kirchenpflege Eulachtal ist weiterhin auf der Suche nach einem Nachfolger für den Schlatter Pfarrer Kurt Gautschi, der weiterhin auf Vertretungsbasis für die Kirchgemeinde arbeitet.
«Es geht darum, eine wirklich passende Person zu finden.»
Verena Wüthrich, Präsidentin der Kirchenpflege
Eine Pfarrwahlkommission für die ausgeschriebene 50-Prozent-Stelle war bereits eingesetzt, doch im Frühling musste sie ihre Arbeit wegen der Corona-Pandemie unterbrechen. «Im Herbst soll die Suche nach einer Pfarrerin oder einem Pfarrer wieder aufgenommen werden», erklärt Verena Wüthrich, die Präsidentin der Kirchenpflege, auf Anfrage.
Unter Zeitdruck stehe die Kirchenpflege nicht, betont die Präsidentin: «Es geht darum, eine wirklich passende Person zu finden. Wir sind zwar auf der Suche, lassen uns von einem Zeitplan aber möglichst nicht unter Druck setzen.» Mit der Vertretung durch Pfarrer Gautschi sei die Kirchenpflege sehr glücklich und könne im Moment noch einige Zeit auf eine gute neue Lösung warten.
Einsetzungsgottesdienst
Auch wenn die beiden neuen Pfarrerinnen bereits seit Juli für die Kirchgemeinde arbeiten, findet ihr Einsetzungs- und Begrüssungssgottesdienst übernächsten Sonntag,23. August, um 10 Uhr in der reformierten Kirche Elgg statt.
Beim Gottesdienst gilt eine Maskenpflicht. Die Kirchenpflege bittet deshalb die Gläubigen, wenn möglich eine eigene Schutzmaske mitzubringen. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Apéro statt.
