Eine Verlängerung des Verbots für Grossveranstaltungen bis Ende September, die Kantone entscheiden über die Bewilligungen, die Vorgaben sind noch völlig unklar und können je nach Situation ändern: Frau Stephan, mit dem Entscheid des Bundesrats können Sie nicht zufrieden sein.
Anke Stephan: Das bin ich tatsächlich nicht, auch wenn ich damit gerechnet habe. Für mich ist das nichts weiter als eine Verzögerungstaktik; Anfang Oktober heisst es dann wieder, man müsse noch weiter zuwarten. Der Bundesrat ist einfach nicht bereit, endlich Stellung zu beziehen und übergibt die Verantwortung an die Kantone. Das hat zur Folge, dass es keine einheitliche Regelung geben wird.
Dies dürfte die von den Veranstaltern geforderte Planungssicherheit kaum verbessern. Wie gehen Sie damit um?
Die Planungssicherheit ist für die Eventbranche elementar. Wie soll man Konzerte oder Kongresse organisieren, wenn schon beim nächsten geringfügigen Anstieg der Infektionszahlen die Bewilligungspraxis wieder komplett umgekrempelt wird? Dazu kommen Unsicherheiten bei der Einreise. Was ist, wenn von heute auf morgen die Quarantänebestimmungen ändern und Künstler oder internationale Kongressteilnehmer erst einmal zehn Tage in die Isolation müssen?
Das klingt nicht sehr optimistisch.

