Die Strippenzieher des Vereinshauses auf der Looren
Auf der Looren in Maur liegt der «schönste Fussballplatz der Schweiz». Zumindest propagiert das der FC Maur auf seiner Webseite. Doch diese Schönheit hat aus Sicht des lokalen Fussballclubs einen Makel: die Spielwiese steht ohne Klubhaus da (siehe Box).
Jetzt kommt allerdings Bewegung in die Sache. Der Gemeinderat Maur hat konkrete Pläne zu einem Vereinshaus formuliert. Dieses soll auf das bestehende 400 Quadratmeter grosse Abstell- und Technikgebäude aufgestockt werden, wie die «Maurmer Post» kürzlich berichtete.
Gemeindepräsident Roland Humm (SVP) hat Vereine zu einem Treffen eingeladen und diese aufgefordert, ihre Wünsche zu einem Vereinshaus anzugeben. Dabei war Humm klar, dass hauptsächlich der FC Maur und der Turnverein Maur (TV Maur) ihre Interessen bekunden werden. Vonseiten des FC sei der Bedarf einer gastronomischen Infrastruktur geäussert worden. «Der Turnverein will zusätzlich ein Materiallager im schon bestehenden Erdgeschoss», sagt Humm.
Gemeindeversammlung statt Urne
Die Aufstockung soll aus Holz gefertigt werden. Welche Räume und Infrastrukturen genau realisiert werden sollen, sei aber noch nicht restlos geklärt, sagt Humm. Definitiv ist dagegen das Kostendach in der Höhe von zwei Millionen Franken. Diese Obergrenze wurde nicht zufällig gewählt: Einen höheren Betrag müssten die Maurmer an der Urne beschliessen. So aber wird der Entscheid für oder gegen ein Vereinshaus an einer Gemeindeversammlung gefällt. Voraussichtlich wird das Geschäft im Dezember 2021 behandelt.
Und die beiden grossen Maurmer Vereine werden für diese Gemeindeversammlung ihre Leute mobilisieren. Sowohl FC-Präsident Kurt Plattner wie auch Beat Schweizer vom TV Maur zeigen sich diesbezüglich «sehr zuversichtlich».
Materiallager für TV Maur
Schweizer war am Treffen mit dem Gemeindepräsidenten dabei und äussert unter anderem den Wunsch für ein grösseres Materiallager. «Heute müssen wir einen Teil unseres Materials in einem Raum in Binz unterbringen», sagt er. Das seien beispielsweise Zeitmessgeräte, Markierungsbänder oder Wetterschutzzelte, die für Vereinsanlässe und Wettkämpfe auf der Looren gebraucht würden.
«Ein Getränk und eine Bratwurst mit Blick auf den Fussballplatz zu geniessen, ist sicherlich ein Bedürfnis aller Maurmer.»
Kurt Plattner, Präsident FC Maur
Zwar stehe dem Verein dort im bestehenden Abstellraum auch jetzt schon ein Materiallager zur Verfügung, dieses müsse der TV aber mit dem Abwartsraum geteilt werden, sagt Schweizer. Um an die Hürden heranzukommen, müssten jeweils erst die Unterhaltsmaschinen mühsam rausgebracht werden. «Für den TV ist eine Vergrösserung des bestehenden Abstellraums unumgänglich.»
Ebenfalls auf der Wunschliste des TVs steht ein gedeckter Aussenplatz, der im Training als Witterungsschutz und bei Anlässen als Aussen-Gastraum benützt werden kann, ein Sanitätsraum oder eine Gastro-Infrastruktur.
Bratwurst für FC
Eine Gastro-Infrastruktur will auch Kurt Plattner, Präsident des FC Maur: «Für uns ist ein gastronomisches Angebot im Vereinshaus zwingend nötig. Ein Getränk und eine Bratwurst mit Blick auf den Fussballplatz zu geniessen, ist sicherlich ein Bedürfnis aller Maurmer.» Plattner kann sich gut vorstellen, dass der FC das Vereinshaus in «Eigenregie» betreibt.
Der FC Maur ist als Viertligist kein Gigant in sportlicher Hinsicht, dies bekam der Verein in der Diskussion um das Thema Klubhaus auch immer wieder um die Ohren geschlagen. Doch im Lobbying ist der Verein Spitzenklasse. «Der FC hat die Idee des Vereinshauses stets vorangetrieben», fasst Plattner die Bemühungen der vergangenen Jahre zusammen. Für ihn ist der Fall klar: «Ich kenne ausser dem FC Maur keinen Fussballclub, der kein Vereinshaus besitzt.»
«Unser nächstes Ziel ist ein gemeinsamer Sportplatz für den FC und den TV.»
Beat Schweizer, Turnverein Maur
Gemeindepräsident Humm ist zuversichtlich, dass das Vereinshaus «eine gute Sache» werde und an der Gemeindeversammlung Ende 2021 die nötige Unterstützung erhalte. Er hoffe, dass das Vereinshaus 2023 gleichzeitig mit dem Bevölkerungsschutzgebäude fertig gebaut sein wird, sagt Humm. «Dann können wir das Generationenprojekt Looren, das für Jung und Alt repräsentativ sein soll, abschliessen.»
Ob dies wirklich die letzte Etappe des Grossprojekts sein wird, muss sich noch zeigen. So sagt Beat Schweizer vom TV Maur: «Unser nächstes Ziel ist ein gemeinsamer Sportplatz für den FC und den TV.»
Teure Variante deutlich verworfen
Dem Bau eines Vereinshauses hatte die Bevölkerung 2016 an der Urne deutlich abgelehnt. Die Vorlage kam als eine Variante des sogenannten Modul C des Generationenprojekts Looren vors Volk. Dabei sollte das Vereinshaus zusammen mit einem neuen Sportplatz gebaut werden. Doch die rund 10,5 Millionen Franken teure Variante blieb chancenlos und wurde mit 70 Prozent Nein-Stimmen verworfen.
