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Ein Umzug löst zwei Probleme gleichzeitig

Die Tagesbetreuung der Primarschule Sternenberg bezieht nach den Sommerferien neue Räumlichkeiten. Es wird nicht die letzte Veränderung in der kleinen Schule bleiben.

Stephan Rüegg, Karin Inauen, Rita Canale und Melanie Altherr im Bastelzimmer der neuen Tagesbetreuung., Im rechten Hausteil ist neu die Tagesbetreuung untergebracht. Links bleibt Platz für Therapiezimmer., Die einzelnen Zimmer sollen den Kindern auch Rückzugsorte bieten., Betreuerin Melanie Altherr und Leiterin Rita Canale sind derzeit mit Einrichten beschäftigt.

Bettina Schnider

Ein Umzug löst zwei Probleme gleichzeitig

Seit vier Jahren gibt es in Sternenberg eine Tagesbetreuung. Im kleinen Schulhaus mit einer Unter- und Mittelstufenklasse besuchen Primarschulkinder aus ganz Bauma den Unterricht. Je nach Wunsch der Eltern können sie von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr am Abend betreut werden.

Nach den Sommerferien wird sich für die Kinder in der Tagesbetreuung etwas ändern: Vor und nach der Schule werden sie in neuen Zimmern essen, spielen oder Hausaufgaben erledigen. «Die Tagesbetreuung zieht um», erklärt Schulpfleger Stephan Rüegg (EVP). «Und zwar vom linken in den rechten Hausteil des ehemaligen Lehrerwohnhauses.»

Auf mehr Platz angewiesen

Dieses befindet sich gleich neben der Schule. Bisher wurde der rechte Hausteil, in dem sich eine Wohnung befindet, vermietet. Doch der Mieter hat gekündigt und ist ausgezogen. Nun wird dort nach einer kleinen Sanierung die Tagesbetreuung untergebracht. «Damit können wir nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen», sagt Rüegg.

«Die Zahl der Kinder, die das Betreuungsangebot nutzen, steigt weiter.»

Karin Inauen (SVP), Gemeinderätin und Präsidentin der Schulpflege

Zum einen erhält die Tagesbetreuung in der Wohnung mehr Platz und zum anderen kann die Schule die frei werdenden Räume im linken Hausteil nutzen. Die Schule ist nämlich auf mehr Platz angewiesen. «Unter anderem für Therapieangebote wie Logopädie», erklärt Gemeinderätin und Schulpflegepräsidentin Karin Inauen (SVP). Bisher mussten die Kinder dafür extra mit dem Schulbus ins Tal gefahren werden.

Alles im Lot

Mehr Raum kommt der Tagesbetreuung ebenfalls zu Gute. «Die Zahl der Kinder, die das Betreuungsangebot nutzen, steigt weiter», sagt Inauen. Die Auslastung nehme von Jahr zu Jahr zu.

Das Modell, das 2016 als Pilotversuch begann und 2019 definitiv eingeführt wurde, hat sich für die Schulpflege bewährt. Auch die Finanzen der Tagesbetreuung seien im Lot, sagt Inauen. «Obwohl wir im Vergleich zu anderen Gemeinden eher günstig sind, erreichen wir mit den Elternbeiträgen unseren vorgegebenen Kostendeckungsgrad. Das bewerten wir als sehr positiv.»

«Nicht alle Kinder kommen gleich oft und gleich lange.»

Rita Canale, Leiterin Betreuung der Tagesschule Sternenberg

Mit den Kosten für die sanfte Sanierung der Räume und den Umzug ist die Schulpflege ebenfalls zufrieden. «Unter dem Strich kommt diese Lösung natürlich einiges günstiger als ein Erweiterungsbau für das Schulhaus», betont Rüegg. Insgesamt sind 90‘000 Franken für das ganze Unterfangen vorgesehen. «Diese Kosten wurden im letzten Jahr ins Budget eingestellt», erklärt Inauen.

Flexibilität als Plus

Im nächsten Schuljahr sind insgesamt 30 Kinder für die Tagesbetreuung angemeldet, davon zehn aus Sternenberg selber. «Aber nicht alle Kinder kommen gleich oft und gleicht lange», sagt Rita Canale, die Leiterin Betreuung der Tagesschule. Diese Flexibilität werde von den Eltern sehr geschätzt. «So kann man sein Kind zum Beispiel am Donnerstag für den ganzen Tag und Montag und Freitag nur für den Nachmittag anmelden.»

«Die Kinder sollen sich hier wie zu Hause fühlen.»

Melanie Altherr, Betreuerin in der Tagesschule

Canale und ihr Team freuen sich, die Kinder bald in den neuen Räumlichkeiten zu begrüssen. Dass die Betreuung in einer ehemaligen Wohnung stattfindet, sei kein Nachteil. Im Gegenteil. «Es ist gut, dass wir getrennte Zimmer für verschiedene Aktivitäten haben.» So kämen sich Kinder, die zum Beispiel gerne laut am Spielkochherd spielen und diejenigen, die lieber lesen möchten, nicht in die Quere.

«Die Kinder sollen sich hier wie zu Hause fühlen», sagt Melanie Altherr, eine der Betreuerinnen in der Tagesschule.  Damit das gelingt, ist das Betreuungsteam zurzeit mit dem Einrichten beschäftigt. «Ganz fertig sind wir noch nicht, aber auf den Schulanfang schaffen wir das.»

In der Schulküche wird es eng

Mit dem Umzug der Tagesbetreuung in den anderen Hausteil sind die Pläne der Schulpflege für die Schule Sternenberg aber noch nicht abgeschlossen. Sie will im nächsten Sommer die Küche im Schulhaus erneuern.

Dort werden die Mittagsmenüs für die Kinder, die den Mittagstisch besuchen, frisch zubereitet. Und das ist derzeit eine Herausforderung. «Gekocht und gegessen wird in der alten Schulküche. Die stammt aus Zeiten, als Sternenberg noch eine Oberstufe hatte», erklärt Inauen. Wann diese zum letzten Mal für den Kochunterricht verwendet wurde, weiss sie nicht. «Es muss lange her sein.»

Aktuell muss die zuständige Köchin zwei oder sogar drei Küchenzeilen gleichzeitig benutzen, damit sie genug Essen kochen kann und alle Kinder satt werden. Da in den letzten Jahren die Anmeldezahlen für den Mittagstisch gestiegen sind, reicht der Essbereich in der Küche kaum mehr. «Deshalb planen wir eine Industrieküche im jetzigen Werkraum. Dort haben wir auch mehr Platz für die Esstische», sagt Rüegg.

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