Was hat sich für Sie im Betrieb geändert, als der Lockdown Mitte März begann?
Tanya Zeder: Es war eine sehr intensive Zeit. Der Betrieb wurde umgestellt auf einen Bestell- und Abholservice. Das heisst, wir mussten uns darum kümmern, dass die Bestellungen zur richtigen Zeit bereit waren. Wir hatten mehr als genug zu tun.
Und in der Berufsschule? Die wurde ja auf Heimunterricht umgestellt.
Auch die Schule ging weiter. Von zu Hause aus zu arbeiten, war eine grosse Umstellung. Ich hatte jeden Montag ganz normal Unterricht, nur halt einfach nicht in der Schule.
Im April wurde entschieden, dass keine schriftlichen Lehrabschlussprüfungen stattfinden. Waren Sie über diesen Entscheid erleichtert?
Nicht unbedingt. Ich fand es im Moment schade, dass wir diese Prüfung nicht hatten. Schliesslich geht es um den Abschluss unserer dreijährigen Lehre. Rückblickend bin ich aber froh: Wir hatten im Betrieb trotz Lockdown so viel um die Ohren, da wäre mir kaum Zeit geblieben, um mich gut auf die schriftliche Prüfung vorzubereiten.
Die praktischen Prüfungen fanden immerhin normal statt. Die erste hatte ich ohnehin schon im Februar, die zweite dann im Juni.
« Irgendwann möchte ich dann noch eine längere Reise unternehmen. »
Sie haben ihre Lehre mit sehr guten Noten bestanden. Eine Abschlussfeier konnte aber nicht stattfinden. Sind Sie traurig darüber?
Es ist schade, konnten wir unseren Abschluss nicht zusammen mit den anderen Absolventen feiern. Wir hatten zwar mit der Klasse noch eine kleine Abschlussreise. Die fand aber statt, bevor wir unsere Resultate erfahren haben.

