Der Verein Rives Publiques will freie Zugänge zum Seeufer. Dieses, wie auch der Seebereich am Ufer gehörten der Öffentlichkeit. Der Verein kämpft in verschiedenen Kantonen für die Durchsetzung des Artikels 664 im Zivilgesetzbuch sowie der entsprechenden Richtpläne. Dafür lanciert der Verein Vorstösse und Klagen.
Ein Kampffeld ist der Seeuferweg zwischen Kempraten und Feldbach. Denn in der Kempratner Bucht liegt das Grundstück von Tenniscrack Roger Federer, das derzeit überbaut wird. Die Baubewilligung liegt vor. Es geht anscheinend also alles mit rechten Dingen zu.
Doch der Verein Rives Publiques bestreitet genau das. Präsident Victor von Wartburg stellt sich auf den Standpunkt, dass gemäss dem offiziellen Richtplan, der 2003 vom Bundesrat bewilligt wurde, «seit 2008 ein durchgehender öffentlicher Seeuferweg zwischen Kempraten und Feldbach bestehen» müsste.
Kein Privateigentum am Seeufer
Der erwähnte Gesetzesartikel besagt im Wortlaut: «An den öffentlichen Gewässern sowie an dem der Kultur nicht fähigen Lande, wie Felsen und Schutthalden, Firnen und Gletschern, und den daraus entspringenden Quellen besteht unter Vorbehalt anderweitigen Nachweises kein Privateigentum.» Als anderweitige Nachweise gelten vorübergehende Nutzungen wie etwa Kiesabbau. Nicht vorgesehen ist jedoch, dass Seeufer Privatbesitz ist.

