Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Umbauen und Anpacken in der neuen «Werchstatt»

Das Baumer Jugendkafi Werchstatt muss umziehen. In den neuen, eigenhändig renovierten Räumlichkeiten im Dorfzentrum soll sich das Kafi weiterentwickeln können.

Ueli Winterhalter und Alexandra Rüegg in den neuen Räumlichkeiten des Jugendkafi. Es gibt noch viel zu tun., Damit der Umbau klappt, müssen freiwillige Helfer an die Arbeit., Im September soll die neue «Werchstatt» eröffnet werden.

Bettina Schnider

Umbauen und Anpacken in der neuen «Werchstatt»

Seit 2013 war das Jugendkafi Werchstatt an der Unterdorfstrasse in Bauma beheimatet. Im Kafi können sich Jugendliche im gemütlichen Rahmen treffen und für wenig Geld etwas zum Trinken oder Knabbern kaufen. «Doch leider wird das Haus abgerissen, deshalb mussten wir neue Räumlichkeiten suchen», erklärt Ueli Winterhalter. Er ist Präsident des Vereins Werchstatt, der das Jugendkafi betreibt.

Die Suche nach einer neuen Örtlichkeit schien gar nicht so einfach: «Wir brauchen ein Lokal mit günstiger Miete, das möglichst zentral gelegen ist», sagt Aktuarin Alexandra Rüegg. «Das Jugendkafi irgendwo in einem Weiler kann nicht funktionieren.»

Viele Vereinsmitglieder sind in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv. Räume der Kirche zu nutzen, kam aber nicht in Frage. « Wir verheimlichen die Nähe zur Kirche nicht, wollen das Jugendkafi aber trotzdem unabhängig belassen », erklärt Winterhalter, der Diakon in der Reformierte Kirchgemeinde Bauma-Sternenberg ist.

Im Dorf kennt man sich

Deshalb haben die Vereinsmitglieder ihre Fühler ausgestreckt. Und wurden viel schneller fündig, als sie je gedacht hätten.  «Es kam uns zu Gute, dass wir breit vernetzt sind» , meint Winterhalter. «Zwei Frauen, die immer noch aktiv in der Jugendarbeit sind, haben ihren Vater, den Inhaber der ehemaligen Bäckerei Schiess gefragt, ob er uns nicht sein leerstehendes Ladenlokal zu einem tragbaren Preis vermieten könnte.»

«Es war uns sofort klar, dass wir selber anpacken müssen.»

Alexandra Rüegg, Aktuarin Verein Werchstatt

Es war wenig Überzeugungsarbeit nötig. «Im Dorf kennt man sich und weiss unser Engagement für die Jugendlichen zu schätzen», ist der Präsident überzeugt.

Doch als die Verantwortlichen die Lokalität das erste Mal besuchten, mussten sie zuerst leer schlucken. «Ich wusste, jetzt müssen wir ‹ad Seck›», sagt Rüegg. Am alten Standort hatten sie renovierte Räumlichkeiten übernehmen können, in der Bäckerei stand zuerst ein Umbau an.

«Es war uns sofort klar, dass wir selber anpacken müssen», betont die Aktuarin. Sonst könnte sich der Verein die Sanierung nicht leisten. «Aber wenn alle mithelfen, dann bringen wir das hin. Davon waren wir von Beginn an überzeugt.»

Wieder auf Kurs

Doch noch bevor der Verein die eigentliche Umbauplanung beginnen konnte, kam der erste Rückschlag. «In der Corona-Krise kam alles ins Schleppen», erklärt Rüegg. «Wir konnten nichts in Angriff nehmen.»

Anfang Juni dann der Lichtblick: die erste Planungssitzung in der ehemaligen Bäckerei. Anwesend waren rund 15 Personen. «Da haben wir die Ressorts aufgeteilt», erzählt Winterhalter. «Wer organisiert die Malerarbeiten? Wer macht die Elektrik? Solche Fragen haben wir beantwortet.» Viele Freiwillige bringen berufliche Erfahrung mit, andere helfen so gut sie können.

Derzeit werden die Wände frisch gestrichen. «Wir sind mit dem Fortschritt zufrieden», meint Rüegg. Nach der Corona-Pause sei man wieder auf Kurs.

Veränderungen ja, Prinzipien aufgeben nein

Die Materialkosten für den ganzen Umbau schätzen die Verantwortlichen auf rund 12‘500 Franken. «Wir hoffen, dass wir einen Teil davon durch Stiftungen und Spenden finanzieren können», erklärt Rüegg. Der Verein verfüge zwar über eigene Mittel, aber diese seien vor allem für den Betrieb reserviert.

«Es ist gut, können wir nach so einer langen Pause an einem neuen Standort eröffnen.»

Ueli Winterhalter, Präsident Verein Werchstatt

Denn das Jugendkafi finanziert sich primär durch die Mitgliederbeiträge, welche die Betriebskosten decken. «Wir können und wollen von den Jugendlichen nicht fünf Franken für ein Cola verlangen», sagt Rüegg. Getränke und Snacks werden deshalb zum Selbstkostenpreis angeboten, die restlichen Kosten trägt der Verein.

Auch am neuen Ort liegt das Hauptaugenmerk immer noch darauf, den Jugendliche einen Treffpunkt zu bieten. Das Kafi soll sich aber auch weiterentwickeln können. «Wir können uns gut vorstellen, dass das Kafi an einem Nachmittag als Dorftreffpunkt genutzt wird», erklärt Rüegg. Auch mehr Vermietungen schliesst sie nicht aus. Aber: «Unseren Prinzipien bleiben wir treu: Die ‹Werchstatt› ist immer eine alkohol- und suchtmittelfreie Zone.»

Bis es so weit ist, gibt es noch einiges zu tun. Im September soll das Kafi fertig sein und zum ersten Mal nach dem Lockdown seine Türen öffnen. «Es ist gut, können wir nach so einer langen Pause an einem neuen Standort eröffnen», meint Winterhalter. Das wecke sicherlich bei vielen das Interesse wieder.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns