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Vertrauen wird strapaziert

Die Spitalfusion droht auf der Zielgeraden noch zu scheitern. Energisches Handeln ist angesagt.

Vertrauen wird strapaziert

Im Februar 2019 stellten die beiden Spitäler Uster und Wetzikon ihre Fusionsabsicht vor. Aus zwei Konkurrenten soll eine Einheit werden. Die Idee dahinter: Die Bevölkerung in der Region soll mehr Leistung erhalten, eine höhere Angebotsvielfalt und das bei weniger Investitionsaufwand. Der Schritt ist aber vor allem eine Antwort auf das sich rasch ändernde Gesundheitswesen, das zu einem weiteren Umbruch in der Zürcher Spitallandschaft führen wird. Der zunehmende Kostendruck zwingt zu einem effizienten Mitteleinsatz. Und mit einem Unternehmen an zwei Standorten wird dessen Zukunft gesichert – und damit auch viele Arbeitsplätze.

Seit der Präsentation ihrer Idee sind die Spitalverantwortlichen bei den elf Gemeinden, die die Trägerschaft des Spitals Uster bilden, und den zwölf Aktionärsgemeinden des GZO Spitals Wetzikon auf Werbetour – äusserst erfolgreich. Sämtliche Gemeindeexekutiven und auch die drei Parlamente in Uster, Wetzikon und Dübendorf haben dem ambitionierten Vorhaben ihren Segen erteilt. Dabei mussten die Promotoren viele Skeptiker überzeugen. Gerade die Frage der Mitsprache und der Beteiligungshöhe der einzelnen Gemeinden gab viel zu reden.

Und nun das: Mit der Neubewertung ist das paritätische Beteiligungsverhältnis – die Grundlage der Fusion – nicht mehr gegeben. Die finanzielle Schieflage des Spitals Uster bringt das ganze Vorhaben in Gefahr. Und das schleppende Umsetzen von Sparmassnahmen verärgert angesichts der Auswirkungen. Auch wenn nun mit einer erneuten Verschiebung der Abstimmung die Geduld und das Vertrauen in das Vorhaben arg strapaziert wird, ist der Entscheid dennoch richtig. Ein wegen vertraglichen Problemen kassierter Erfolg an der Urne würde unweigerlich zum Scheitern der ganzen Fusion führen. Eine zweite Chance gäbe es kaum. So aber erhält das Spital Uster noch Zeit, um mit energischem Handeln auf den richtigen finanziellen Weg zurückzukehren und damit seine Zukunftsaussichten zu stärken. Nur so kann die Vision eines Spitals an zwei Standorten Realität werden.   

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