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FC Greifensee im Sammelfieber

Die Mitglieder des FC Greifensee sind als Sammelbilder erhältlich und werden in der Gemeinde eifrig getauscht und gekauft. So sollen unter anderem die Junioren bekannter werden.

Im Vereinshaus des FC Greifensee werden Bilder des FC getauscht., Präsident Pascal Seifert (rechts) mit einem Spieler.

PD

FC Greifensee im Sammelfieber

Wer braucht einen Cristiano Ronaldo wenn er stattdessen Pascal Seifert haben kann? Ersterer kennt jeder – aber FC-Greifensee-Präsident Seifert dürfte wohl international als Fussballakteur weniger bekannt sein. Doch sowohl Ronaldo als auch Seifert sind nun als Sammelbild verewigt.

Die Idee, den gesamten FC Greifensee mit all seinen Mannschaften, dem weiteren Umfeld und einigen Vereins-Highlights in einem eigenen Sammelalbum abzubilden, sei aufgrund der Fussball-Europameisterschaft entstanden, sagt Pascal Seifert. Er zog ins Kalkül ein, dass Jung und Alt im Vorfeld des Grossanlasses eifrig Bilder sammeln und tauschen. «Wir wollten die Euphorie der EM für das FC-Greifensee-Album nutzen.»

10‘000 Bilder im nu weg

Doch bekanntlich musste die EM um ein Jahr verschoben werden und Panini versuchte das Geschäft mit einer Art Vorschau-Sammelalbum zu retten. Der Nachfrage für die lokalen Fussballer tat die Verschiebung offenbar keinen Abbruch. «Innert drei Tagen war die erste Auflage mit den Alben und Päckli weg», sagt Seifert.

«Es ist doch für jeden Junior etwas Spezielles, sein eigenes Stickeralbum in den Händen zu halten.»

Pascal Seifert, Präsident FC Greifensee

Ungefähr 10‘000 Bilder seien damit in kurzer Zeit vergriffen gewesen. Nun liegt die zweite Auflage in einer Stückzahl von 12‘000  bis 15‘000 Stickern auf. «Es hat nur noch wenige Bilder und Alben, wahrscheinlich gibt es eine dritte Auflage», sagt Seifert. Dafür soll es 2021 wenn die EM nachgeholt wird, kein Album des FC geben.

«Emotionaler» Gewinn

Wie viel der Verein bisher in das Unterfangen gesteckt hat, will Seifert nicht sagen. Und auch nicht, wie viel dabei allenfalls herausschauen könnte. «Um einen Gewinn geht es uns nicht, eine schwarze Null reicht.» Die Zusammengehörigkeit im Verein zu fördern sei das primäre Ziel. «Während die meisten mit den Gesichter der ersten Mannschaft vertraut sind, können E-Junioren-Spieler durch das Albums bekannter werden», sagt Seifert. «Einen der grössten Wiedererkennungswerte haben neben der ersten Mannschaft die Bilder der Clubhausmitarbeiter, die kennt jeder.»

Ein emotionaler Gewinn sei das Album auch für die Spieler selbst: «Es ist doch für jeden Junior etwas Spezielles, sein eigenes Stickeralbum in den Händen zu halten.» Damit das Album etwas hergebe, hätten sie sich im Club entschieden, neben den 16 Mannschaften, den Vorstand, die Mitarbeiter des Clubhauses Goalino, Bilder zu Vereinsanlässen, oder beispielsweise Impressionen zum Cupspiel gegen Winterthur zu bebildern.  

Doppelte Bilder unumgänglich

Die Bilder hat der Verein selber geschossen. «Damit alle hinterher mit ihrem Abbild zufrieden sind, durften die Mitglieder die Aufnahme auf dem Fotoapparat ansehen und nötigenfalls mit einer Wiederholung verbessern.» Danach gingen die Aufnahmen an eine Firma, die Bilder und Alben produzieren. Bilder und Alben werden in Greifensee bei «Albert’s Backstube», im Kiosk Shop und im Clubhaus Goalino verkauft. Das Album kostet fünf Franken, ein Stickerpaket mit fünf Bildern ist für 1,50 Franken zu haben.

361 Plätze seien es, die im Heft mit Stickern überklebt werden müssten, sagt Seifert. Wie üblich lässt es sich nach dem Kauf von grösseren Mengen Stickerpäcklis nicht vermeiden, dass sich doppelte Bilder ansammeln. «Bei uns werden die Bilder im Clubhaus Goalino getauscht.» Vereinzelt habe er auch schon ausserhalb des Vereinslokals Tauschgeschäfte mit den Stickern beobachten können.

Und auch Seifert hat das Sammelfieber gepackt. «30 bis 40 Bilder fehlen mir noch, um das Album zu füllen.» Mit über 60 doppelten Stickern in seinem Besitz, werde er das sicherlich noch schaffen. Auf die Frage, welches denn das begehrteste Bild sei, muss Seifert nicht lange überlegen: «Ganz klar mein eigenes», sagt er und lacht.

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