Marius Frehner spricht von schönen Momenten. Vom grossen Garten des alten Bauernhauses in Russikon, dem Tisch unter der Linde. «Es kamen immer Freunde meiner Eltern, dann wurde gegessen und getrunken. Essen assoziiere ich deshalb mit guter Stimmung.» Das habe ihn damals schon fasziniert, wenn wohl noch unterbewusst.
Dass sein Weg dereinst in die Gastronomie führen wird, sei dennoch alles andere als vorgezeichnet gewesen. «Es war keineswegs so, dass ich von klein auf Koch werden wollte», sagt Frehner.
Er sitzt an einem Dienstag in seinem Restaurant Gamper in Zürich, von wo aus er sich ein kleines Gastro-Reich aufgebaut hat. Gleich nebenan ist die Gamper Weinbar, auf der anderen Seite der Bahngleise ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt liegt das Restaurant Wermut, an dem er ebenfalls beteiligt ist.
Späte Berufung
Eben noch im Zwiegespräch mit seinem Souschef nimmt er sich bei einem Espresso nun ausführlich Zeit und spricht angeregt über seinen Werdegang. Und bald auch über Dinge, die weit über den Tellerrand hinausgehen. Frehner, Jahrgang 1981, macht sich Gedanken über Konsumgesellschaft und Kapitalismus, die Nahrungsmittelindustrie und die Verantwortung seiner Branche.

