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Politik

Ustermer fühlt sich diskriminiert

Roberto Dessi findet es ungerecht, dass im Fitnessstudio Let's Go Fitness Uster Männer weniger oft Zugang zur Sauna haben als Frauen. Das Fitnesscenter sieht keinen Handlungsbedarf.

Roberto Dessi findet es ungerecht, dass Männer weniger Saunatage haben als Frauen, aber gleich viel bezahlen.

Foto: Christian Merz

Ustermer fühlt sich diskriminiert

Roberto Dessi trainiert seit mehreren Jahren im Fitnessstudio am Schulweg in Uster. Dieses hat schon mehrmals den Namen gewechselt – unter anderem hiess es «Fitness Connection» und «Body Gym», heute ist darin das «Let’s Go Fitness Uster.»

Regelmässig besucht der 49-Jährige auch die Sauna, die im Fitnessabo inbegriffen ist. Doch etwas stört ihn massiv: Während die Männer das Schwitzhaus nur am Donnerstagnachmittag gänzlich für sich haben, ist die Sauna an eineinhalb Tagen für Frauen reserviert ist (Dienstag ganzer Tag und Donnerstagmorgen).  

 «Wenn man als Mann sagt, dass man sich diskriminiert fühlt, wird man ausgelacht.»

Roberto Dessi, Uster

«Das Fitnessabo kostet aber für alle gleich viel», sagt er. «Das ist ungerecht.» Da er sich wegen der Arbeit nicht aussuchen könne, an welchen Vormittagen er trainiere, sei es unfair, wenn er an zwei Tagen die Sauna nicht benutzen könne. 

Geschäftsführer auf Thema angesprochen

Er bemängle dies schon seit Jahren, habe auch schon den letzten Geschäftsführer auf das Thema angesprochen. «Dieser sagte mir, dass er sich dem Thema annehmen werde. Nur deshalb habe ich den Vertrag verlängert.» Aber passiert sei nichts.

Auch nicht, als ein neuer Geschäftsführer eingesetzt wurde. «Dieser nahm mich gar nicht ernst», erzählt Dessi. «Wenn man als Mann sagt, dass man sich diskriminiert fühlt, wird man ausgelacht.»

Er habe ihm von «irgendwelchen Statistiken» erzählt, um zu unterstreichen, dass mehr Frauen Mühe mit der gemischten Sauna als Männer hätten, sagt Dessi. «Es ist ein Fitnessstudio und kein Saunaclub. Wer keine gemischte Sauna will, soll in ein geschlechtergetrenntes Wellness gehen.» Schlussendlich spiele das aber alles keine Rolle, sagt der selbständige Fahrlehrer. «Auch Statistiken ändern nichts an der Tatsache, dass die jetzige Regelung einfach nicht fair ist.»

«Die Saunaregelung hat sich über die Jahre sehr bewährt und wird von unseren  Kunden geschätzt und auch gut angenommen.»

Helmut Zimmermann, Geschäftsführer Lets’s Go Fitness Dübendorf und Uster

Gerecht wäre, wenn die Sauna an einem Tag exklusiv für Frauen, am anderen Tag ausschliesslich für Männer zugänglich sei, findet Dessi. «Das müsste machbar sein und eigentlich jedem einleuchten.»

Keine Änderung vorgesehen

Helmut Zimmermann, dem Geschäftsführer von Let’s Go Fitness Dübendorf und Uster, leuchtet diese Logik hingegen nicht ein. «Bei Let’s Go Fitness besteht im Allgemeinen ein gemischtes Saunakonzept mit einem separaten Damenbereich, wie wir es zum Beispiel auch in Dübendorf haben», sagt er.

Das Let’s Go in Uster sei letztes Jahr übernommen worden. «Die dortige Saunaregelung hat sich über die Jahre sehr bewährt und wird von unseren Kunden geschätzt und auch gut angenommen.» Mit Diskriminierung habe das nichts zu tun.

Roberto Dessi versteht diese Erklärung nicht. «Nur weil etwas schon immer so war, heisst es doch nicht, dass es sich bewährt hat», sagt er. «Mir fehlt die Bereitschaft, die Kunden ernst zu nehmen. Man könnte doch auch einfach mal eine Umfrage unter den Mitgliedern machen. Aber nicht einmal dazu sind die Verantwortlichen bereit.»

Wenn sich nichts ändere, werde er sich ein anderes Fitnesscenter suchen. «Dann gehe ich lieber in ein Studio, wo dies gerecht gehandhabt wird, wie beispielsweise das Activ Fitness in Uster.» 

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