Herr Heeb, lassen Sie mich raten: Der Höhepunkt Ihres Amtsjahres war, als mehr als hundert Zuschauer die Debatte über das Mehrzweckgebäude bei der Oberen Mühle verfolgten. Sie haben sich ja immer mehr Publikum im Politbetrieb gewünscht…
Reto Heeb: Das war tatsächlich eine aussergewöhnliche Gemeinderatssitzung – und dazu Lobbying in Perfektion seitens der Kulturvereine. Viele Klubs und Vereine nutzen die Möglichkeit nicht, ihre Anliegen in die Politik einzubringen. Das hat man zum Beispiel bei den Einladungen gesehen, die ich in meinem Amtsjahr erhalten habe.
Sie wurden nicht oft eingeladen?
Doch, sehr oft sogar, aber es sind immer in etwa die gleichen Vereine, die die Nähe zur Politik suchen. Ich besuche diese Veranstaltungen und Vereinsanlässe ja nicht, um Cüpli zu trinken, sondern um Organisationen und Menschen kennenzulernen, die ich zuvor nicht oder nicht gut kannte. Damit wird gegenseitiges Verständnis und eine emotionale Bindung geschaffen.
«Mit dem Coronavirus änderte sich meine Aufgabe als Gemeinderatspräsident komplett.»

