Josy Hofmann hat endlich eine Wohnung gefunden
Die Kündigung ihrer Wohnung hat das Leben von Josy Hofmann komplett auf den Kopf gestellt. Vor gut einem Jahr war es, als die Immobilienfirma ihr und den anderen Mietparteien des Mehrfamilienhauses an der Arnold-Islerstrasse 5 im Dübendorfer Flugfeldquartier mitteilte, dass das in die Jahre gekommene Gebäude durch einen Neubau ersetzt werde.
Die damaligen Umstände setzten Josy Hofmann zu, sie verlor an Gewicht, bis sie nicht einmal mehr 40 Kilo wog. «Mein Arzt wollte mich schon für eine Zwangsernährung ins Spital einweisen», sagte die 84-Jährige damals dieser Zeitung, «doch da habe ich nicht mitgemacht.»
70 erfolglose Bewerbungen
Nun, ein gutes Jahr später, sieht die Welt für die 84-Jährige wieder rosiger aus. Sie hat eine neue Wohnung gefunden, drei Zimmer mit einem schönen Gartensitzplatz im Dübendorfer «Vogelquartier» zwischen der Zürichstrasse und dem Fussballplatz Zelgli , zu einem erschwinglichen Preis.
Dabei sah es lange nicht gut aus. Die meisten ausgeschriebenen Wohnungen seien entweder zu teuer oder in einem schlechten Zustand gewesen. «Oder sie lagen in den oberen Etagen und hatten keinen Lift.»
Zwischenzeitlich habe sie die Hoffnung schon beinahe aufgeben, sagt Josy Hofmann rückblickend. 70 Bewerbungen habe sie geschrieben – und 70 Absagen erhalten. Vor allem ihr Alter sei ein Handicap gewesen, sagt sie. «Einer hat gesagt, so einem alten Beeri wie mir würde er ganz bestimmt keine Wohnung geben, da ich ja sowieso in zwei, drei Jahren sterben würde.»
Über Umwege
Einen ersten Erfolg konnte Josy Hofmann verzeichnen, als sich ein Anwalt des Mieterverbands ihrer Sache annahm und eine Erstreckung des Mietverhältnisses bis September 2021 erwirkte. «Das hat mich erst mal ein wenig beruhigt», sagt sie.
«Eine Frau im Haus und auch der Hausverwalter sind immer für mich da, wenn ich etwas brauche»
Josy Hofmann
Am Ende war die verlängerte Frist dann gar nicht mehr nötig. Denn der Verwalter von Josy Hofmanns jetziger Wohnung hatte über Umwege vom Schicksal der Rentnerin erfahren. Und als eine Wohnung frei wurde, hat er sich bei ihr gemeldet.
«Blacky» lebt nun woanders
Trotz der glücklichen Wendung musste Josy Hofmann auch einige Rückschläge einstecken. So konnte sie verschiedene liebgewonnene Möbelstücke nicht in ihre neue Wohnung mitnehmen, da sie kleiner ist als die frühere. Auch für diverse Bilder, Wandteller und den schönen Kronleuchter gab es keinen Platz.
Am schlimmsten aber ist für sie, dass sie ihren Hund nicht in ihre neue Wohnung mitnehmen durfte, da im Haus ein Verbot gilt. Doch sie hatte Glück im Unglück. Denn der Mann, der schon früher regelmässig mit dem Hund spazieren ging, konnte «Blacky» aufnehmen – und trifft sich nun jeden Tag mit ihr. «Er verwöhnt den Hund viel mehr, als ich das getan habe», sagt sie und lacht.
Nicht bewahrheitet hat sich Josy Hofmanns Sorge, sie könnte keine guten Nachbarn mehr haben, die ihr auch mal bei Kleinigkeiten helfen, wie das in ihrer alten Wohnung der Fall war. «Eine Frau im Haus und auch der Hausverwalter sind immer für mich da, wenn ich etwas brauche», freut sie sich.
