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Politik

Littering nimmt weiter zu

Das Naturschutzgebiet rund um den Pfäffikersee ist am letzten Wochenende wieder zugemüllt worden. Die Ranger der Greifensee-Stiftung befürchten eine Verschärfung der Situation in den Sommerferien.

Das Littering nimmt auch nach dem Lockdown weiter zu. , Alubüchsen im Abfall...., ...und im Robidog., Die Ranger der Greifensee-Stiftung beobachten ebenfalls eine Zunahme des Litterings in den Schutzgebieten.

Foto: PD

Littering nimmt weiter zu

Alubüchsen im Robidog und im Abfalleimer, Müll auf der Wiese verstreut: Die Bilder, die eine Joggerin am vergangenen Wochenende auf einer ihrer Runden von Wetzikon nach Auslikon gemacht hat, geben ihr zu denken. «Ich habe das Gefühl, das Littering nimmt extrem zu» sagt die Wetzikerin, die anonym bleiben will. «Auch Haushaltsabfall wird immer öfter in öffentlichen Mülleimern entsorgt.»

Es sind Bilder, wie sie in letzter Zeit vermehrt auch in sozialen Netzwerken zu sehen sind. «Seit dem Lockdown hat das Littering spürbar zugenommen», sagt Jakob Eggenberger, stellvertretender Leiter des Rangerdiensts der Greifensee Stiftung. 

Erhöhte Belastung in den Schutzgebieten

Regelmässig patrouilliert er mit seinen Mitstreitern rund um den Pfäffiker- und den Greifensee, informiert und kontrolliert, dass die Regeln eingehalten werden. Dies ginge von Ermahnungen bis hin zu Verzeigungen.

«Wir hatten in den letzten Wochen einen deutlichen Zulauf in den Schutzgebieten», sagt Eggenberger. «Dadurch erhöhte sich die Belastung und auch das Abfallproblem.» In der Corona-Zeit seien viele neue Besucher dazugekommen, die sich sonst nicht in diesen Gebieten aufhalten würden. «Diese Leute sind vielleicht nicht so sensibilisiert, wie solche, die regelmässig in der Natur unterwegs sind.»

Ausserdem seien im Schutzgebiet am Wochenende auch immer wieder Jugendliche unterwegs, die dort auf den Stegen Party machen würden. Die Rangers patrouillieren laut Eggenberger unregelmässig mit der Polizei zusammen, auch an Freitag- und Samstagabenden.

Vandalen in der Badi Auslikon

Immer wieder diskutiere man darüber, wie sinnvoll öffentliche Mülleimer seien. «Stellt man welche hin, dann haben die Leute den Anspruch, alles zu deponieren, auch wenn der Mülleimer schon längst voll ist» sagt Eggenberger. «Stellt man keinen hin, ist die Chance grösser, dass die Besucher den selbst verursachten Abfall wieder mitnehmen – allerdings landet auch immer wieder etwas im Schilf».

Wie Eggenberger erzählt, wurde am vergangenen Wochenende zudem in der Badi Auslikon randaliert. Dies bestätigt die Stadt Wetzikon auf Anfrage. «E ine Tafel vom Sanitätsraum wurde von Unbekannten abgerissen und zerschlagen », sagt Martina Buri, Stadtschreiberin von Wetzikon. «Ausserdem wurde ein Barhocker, Abfallbehälter und ein grosser Sonnenschirm des Seekiosks in den Bach geworfen. »

Auch die Tafel mit dem Hinweisen auf die Coronamassnahmen landete mitsamt Betonsockel im Bach.

Eggenberger sagt, er sei gespannt, wie sich die Situation im Sommer entwickle. «Die Grenzen sind zwar wieder offen, aber es bleibt die Frage, ob die Leute wirklich im Ausland Ferien machen.» So vermute er, dass der Druck auf die Schutzgebiete hoch bleibe.

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