Am Dienstagabend kamen zwar nur 46 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an die Gemeindeversammlung von Wangen-Brüttisellen – trotzdem war Gemeinderat Martin Kull (Forum), Vorstand Tiefbau und Sicherheit, gefordert. Er stellte einen für einige Anwesende nicht ganz klar formulierten Antrag vor. Dieser betraf die Verordnung über die Erstellung, den Betrieb und die Finanzierung des Glasfasernetzes der Werke Wangen-Brüttisellen. Bereits zu Beginn seiner Ausführungen im Gsellhof musste Kull klarstellen: «Es geht um die rechtlichen Grundlagen, dass die Werke Wangen-Brüttisellen auf Gemeindeboden das Glasfasernetz bauen können. Es geht aber nicht um deren Finanzierung.»
Im Weiteren führte er aus, dass es darum ginge, die bestehenden Koaxialnetze durch Glasfaserkabel zu ersetzen. Diese bringen eine grössere Datenmenge in kürzerer Zeit in Büros und Wohnhäuser. Im Ortsteil Brüttisellen betreiben die Werke Wangen-Brüttisellen im Auftrag der Gemeinde das Koaxialnetz – im Ortsteil Wangen betreibt dagegen die UPC ein privates Koaxialnetz. Im Laufe der Zeit konnten die Werke in Brüttisellen 2700 Glasfasernetzanschlüsse erstellen, in Wangen praktisch keine. Dort wollen die Werke nun aber ebenfalls ein eigenes Glasfasernetz bauen, parallel zum bestehenden Koaxialnetz der UPC.
Rückweisung des Antrags
Die RPK hatte keine Einwände zum Antrag der Gemeinde, und die Parteien begrüssten grundsätzlich «dass man eine Gesamtlösung für beide Ortsteile anstrebt». Doch Urs Achermann (FDP) stolperte über die Formulierung des Antrages, der falsche Erwartungen wecke. Urs Bernasconi aus Wangen sprach sich gegen eine Annahme aus: «Das Geschäft ist zurückzuweisen und einem offenen Prozess zuzuführen.» Viele Fragen seien offen, das Vorgehen schwammig und Details nicht richtig durchdacht.
Peter Messmann von den Werken Wangen-Brüttisellen meinte, aus Optik der Gemeinde mache die Verordnung Sinn. Er zeigte sich zuversichtlich, dass technisch gute Resultate erzielt werden. «Wir sind in jeder Hinsicht optimal aufgestellt», sagte er. Urs Bernasconi liess sich überzeugen und zog seinen Rückweisungsantrag zurück. Bis auf eine Stimmbürgerin und wenige Enthaltungen nahmen alle Anwesenden die neue Verordnung an.

