Geschlossenes 3-Meter-Sprungbrett und der Sicherheitsdienst beim Eingang
Die Vorbereitungen für die Badesaison laufen im Tösstal derzeit auf Hochtouren. Beim Schwimmbad Neuguet in Turbenthal weist eine grosse Fahne darauf hin, dass es am Montag los geht. Und auch in Schlatt und Zell soll das Freibad an diesem Tag öffnen, wie bei der Gemeinde zu erfahren ist.
«Die Abstände können bei uns gut eingehalten werden.»
Peter Leemann, Gemeindeschreiber Schlatt
Man erarbeite derzeit das Schutzkonzept, sagt der Schlatter Gemeindeschreiber Peter Leemann auf Anfrage. «Das ist kompliziert und es gibt noch offene Fragen.» Weil das Schwimmbad aber vor allem von Leuten aus dem Dorf besucht werde, rechne er während der Saison nicht mit einem grossen Andrang. «Die Abstände können bei uns gut eingehalten werden.»
Trotzdem: Die Ausarbeitung eines Schutzkonzepts ist vorgeschrieben. «Sollte der Andrang wider Erwarten einmal zu gross werden, müsste der Bademeister die Leute am Eingang zum Warten anhalten», erklärt Leemann weiter. Doch nicht nur die Einhaltung der Vorgaben wird für die Besucher neu sein. Es erwartet sie ausserdem ein sanierter, vergrösserter Kiosk.
Garderoben sind gesperrt
Für das Schwimmbad Neuguet hat die Betriebskommission bereits ein Schutzkonzept entwickelt. Dieses ist unter anderem auf der Internetseite der Gemeinde Turbenthal aufgeschaltet. «Die Badi ist offen und kann mit Einschränkungen und dem Führen einer Präsenzliste genutzt werden», steht als Erstes bei den Punkten, was ab dem 8. Juni beachtet werden muss. Ausserdem ist die Anzahl der Badegäste im Schwimmbecken auf total 30 Personen (Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken) beschränkt.
«Die maximale Besucherzahl haben wir auf 580 Personen festgelegt.»
Erkan Metschli-Roth, Gemeindeschreiber Zell
Die Garderoben und Garderobenkästen sind gesperrt. Ebenso der 3-Meter-Sprungturm. Die Wechselkabinen und Duschen sind offen. Ausserdem wird mit Plakaten und Abstandsmarkierungen auf das Social Distancing und die Hygieneregeln hingewiesen. Es gilt ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Personen und eine Fläche pro Person von zehn Quadratmetern.
Kontaktdaten werden nicht erfasst
Mit dieser 10-Quadratmeter-Regel öffnet auch das Schwimmbad Engelburg in Rikon. «Die maximale Besucherzahl haben wir auf 580 Personen festgelegt», sagt der Zeller Gemeindeschreiber Erkan Metschli-Roth. «Wir zählen die Personen. Die Kontaktdaten erfassen wir aber nicht.» Wie von Judith Freuler, Leiterin des Bereichs Liegenschaften bei der Gemeinde Zell, zu erfahren ist, waren «an absoluten Spitzentagen» auch schon zwischen 1200 und 1400 Besucher in der Badi.
Zur Unterstützung des Kassenpersonals wird der Gemeindesicherheitsdienst am Eingang bereitstehen, um in diesem Bereich für die nötigen Abstände zu sorgen. Ist das Bad voll, werden die Sicherheitsleute die Besucher darauf hinweisen, dass sie warten müssen. Dies werde hauptsächlich zu Stosszeiten an schönen Sommertagen der Fall sein, ist der Gemeindeschreiber überzeugt. Am kommenden Montag scheint das eher unwahrscheinlich. Laut dem Wetterbericht von Meteo Schweiz soll es dann immer noch zeitweise regnen.
Mit angezogenen Badesachen
Wie in Turbenthal ist auch in Zell der 3-Meter-Sprungturm geschlossen. Judith Freuler erklärt den Hintergrund: Dieser sei ein Treffpunkt für Jugendliche. Und man möchte dort Ansammlungen verhindern. Geschlossen bleiben auch der Ping-Pong-Tisch und der Tischfussballkasten. Die Rutschbahn wird aber offen sein.
Die Gemeinde empfiehlt, die Anlagen mit bereits angezogenen Badesachen zu betreten. «Wir setzen auf Eigenverantwortung, dass sich die Leute an die Regeln halten», sagt Freuler. Die 2-Meter-Abstandsregel gilt im Becken zwar nicht. Doch Gemeindeschreiber Erkan Metschli-Roth geht davon aus, dass die Leute auch beim Schwimmen auf einen gewissen Abstand achten werden.
Liegewiese abgesperrt
Schon seit gut einer Woche ist das Strandbad am Bichelsee offen. Dieses befindet sich auf Turbenthaler Gemeindegebiet, während der Grossteil des Sees im Thurgauischen liegt. Das Strandbad als Zugang zum See ist ebenfalls unter speziellen Bedingungen geöffnet. So ist die Liegewiese abgesperrt und die Garderoben sind geschlossen. Ebenso ist die Nutzung des Flosses und des Sprungbretts untersagt.
Weniger Platz, dafür den ganzen Sommer geöffnet
Das Hallenbad Bauma öffnet am Dienstag. Laut Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich dürfen sich insgesamt 38 Personen im Bad und 20 von ihnen jeweils gleichzeitig im Wasser aufhalten. «Voraussichtlich», wie er am Mittwochmittag sagt. «Vieles ist im Fluss.» Eventuell passe der Bund die Vorgaben nochmals an. Zum Vergleich: Normalerweise dürfen sich im Hallenbad laut den feuerpolizeilichen Vorschriften 200 Personen auf einmal aufhalten. Und: «Einige Mitarbeitende bei der Gemeinde verbringen momentan generell sehr viel Zeit damit, die Vorgaben des Bundes zu erfüllen.»
Kurse finden bis auf Weiteres nicht statt und auch das Bistro bleibt vorläufig geschlossen. Dafür soll das Bad den ganzen Sommer über offen bleiben. Die Revisionsarbeiten, die dann jeweils anstehen, «wurden im grösstmöglichen Umfang vorgezogen», sagt Roberto Fröhlich. Nebst diesen Revisionsarbeiten hat das Hallenbad-Personal während der Schliessung im Alters- und Pflegeheim Böndler ausgeholfen. «Sie haben beim Besuchsdienst Unterstützung geleistet.»