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Indianermuseum verpasst sein 25-Jahr-Jubiläum

Es hätte ein grosses Jahr werden sollen fürs Indianermuseum Indian Land Gossau. Neue Räume, 25-Jahr-Feier, eine Galerie. Doch nach Corona sieht alles anders aus.

Die Waffenkammer ist ein Prunkstück der neuen Ausstellung., Auch die neue Ausstellung zur Steinzeit haben erst wenige Besucher gesehen., Der Knochenraum ist einer der luftigeren Ausstellungsbereiche.

Fotos: David Kilchör

Indianermuseum verpasst sein 25-Jahr-Jubiläum

Für Vincent Escriba ist es eine Errungenschaft. Vor 25 Jahren eröffnete er sein Indian Land Museum über die Kultur der amerikanischen Eingeborenen in Gossau. Vom damaligen Vierer-Team sind heute immer noch drei dabei. Und das alles auf freiwilliger Basis. «Das ist schon aussergewöhnlich. Eine ganze Generation lang gibt es das Museum schon», sagt er.

Am 25. März hätte sich die Ersteröffnung zum 25. Mal gejährt. Die grosse Feier musste er wegen der Corona-Zwangsschliessung jedoch abblasen. Doch das ist nur einer von diversen Wermutstropfen, die sein Museum wegen der Krise hinnehmen musste.

Mehrere Dutzend Führungen abgesagt

Denn Escriba konnte mangels Angestellter keine Kurzarbeit anmelden oder Kredite aufnehmen, hatte die laufenden Fixkosten aber dennoch am Hals. Zugleich brachen ihm Einnahmen im fünfstelligen Bereich weg. «Der Frühling ist für uns praktisch die wichtigste Saison», sagt er. Allein von den Schulen seien 30 bis 40 Führungen abgesagt worden, dazu diverse für Erwachsene inklusive Apéro, die finanziell gut eingeschenkt hätten.

Zum Glück habe er aber Unterstützung von der Gemeinde erhalten. Und nun hoffe er, mit der Wiedereröffnung per Pfingsten, etwas von den Ausfällen gutzumachen. Nur: Die Führungen werden laut Escriba wohl erst im Herbst wieder anziehen. Und der Sommer ist nicht unbedingt Museumszeit, «ausser wenn es regnet».

«Wenn ich hier bin, gehe ich immer glücklich raus. Wäre es nicht so, würde ich das nicht seit 25 Jahren machen.»

Vincent Escriba, Museumsleiter

Für den corona-tauglichen Betrieb haben er und sein Team nochmals einigen Aufwand betrieben, deshalb eröffnet er auch erst jetzt, zwei Wochen später als erlaubt gewesen wäre. Vom Rundgang über die Umstellung im Shop bis hin zum Ausräumen von Cafeteria und Kino – das sei nochmals recht zeitintensiv gewesen.

Dass es platzmässig eng werden könnte, befürchtet der Museumsleiter nicht. Einzig im Shop müsse man etwas aufpassen – da dürfen nur noch zwei Personen gleichzeitig rein. Das Museum selber könnte von der Fläche her sicherlich 80 bis 90 Personen aufs Mal schlucken. «Aber das erreichen wir ohnehin nie. Wenn wir über einen Nachmittag verteilt 50 bis 60 haben, dann können wir schon jubeln.»

Neue Räume erst vor Kurzem eröffnet

Trotz der frustrierenden letzten zweieinhalb Monate und der durchzogenen Aussichten bis nach den Sommerferien freut sich Escriba sehr auf die Wiedereröffnung. «Das Museum hat viel Neues zu bieten.» Erst Ende Januar öffnete das Museumsteam einen zusätzlichen Teil mit Ausstellungen über Indianerwaffen, südamerikanische Indianerstämme, die Steinzeit und Tierknochen aus der Urzeit. Zwei Wochen vor dem Lockdown ging zudem eine Kunstgalerie auf, in der momentan die Künstlerin Ursula Demmer-Melliger Bilder zum Themenbereich Indianer zeigt.

«Ich bin so froh, dass wir wieder aufmachen können, dass die Leute endlich wieder die Gelegenheit haben, diese neuen Räume anzuschauen. Viele haben sie noch nicht gesehen.» Sein Museum sei seine Leidenschaft, eigentlich eine Art von Liebe, wie er sagt. «Wenn ich hier bin, gehe ich immer glücklich raus. Wäre es nicht so, würde ich das nicht seit 25 Jahren machen.»

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