Besonders an sonnigen Abenden freut sich Ernst Bodenmann auf den Klang seiner beiden Alphörner. Immer dabei sein Hund Lussy. Wenn es das Wetter zulässt, übt Bodenmann jeden Tag. Die Nachbarn am Schützenweg in Turbenthal geniessen die Zeit, wenn das Instrument erklingt.
Die Töne des Alphorns trägt der Wind bis ins Dorf. Stolz ist Bodenmann über die Bewilligung eines Bauern, der ihm erlaubt, mit dem Auto eine Privatstrasse im Hutziker Tobel zu benutzen. Dort, manchmal zwischen den Kühen, ist das Bild schweizerischer Idylle fast perfekt.
Alles begann am 50. Geburtstag von Ernst Bodenmann, als seine Frau ihn mit einem besonderen Geschenk überraschte. Das Geschenk hatte die stattliche Länge von 3 Metern und 36 Zentimetern. «Sie hatte bemerkt, dass ich regelmässig still stand, wenn ein Alphorn ertönte», erinnert er sich. «Mich faszinierten die Naturtöne.»
Allerdings musste Bodenmann noch zwei Jahre warten, bis er dieses Geschenk wirklich in den Händen halten konnte. So lange dauerte die Produktion des bestellten Alphorns. Der eigentliche Grund des Geschenks, verriet Theresia Bodenmann, seien Atemschwierigkeiten ihres Mannes gewesen und sie habe gehofft, dass es ihm mit guter Atemtechnik bald besser ginge.
Sie sollte sich nicht irren. Zur Überbrückung probte Ernst Bodenmann mit einem ausgeliehenen Alphorn in Uster. Erst mit 52 Jahren konnte er sein Geschenk in Empfang nehmen – und spielt damit bis zum heutigen Tag.

