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Auf dem Greifensee die Erfolgswelle surfen

Manuel Simmons will sich als neuer Surflehrer auf dem Greifensee behaupten. Nach einem miserablen Start in die Selbständigkeit hofft er in Uster auf Erfolg. Auf den Neuling hat die Konkurrenz jedoch nicht gewartet.

Auf dem Greifensee will Manuel Simmons als neuer Surflehrer Erfolg haben., Manuel Simmons hat durch seine neue Freundin (rechts im Bild) den Greifensee kennengelernt., Auf dem See hat bisher noch keine Lektionen geben können. , Die «gleichmässigen Winde» auf dem See seien ideal für Anfänger, sagt der Surflehrer.

Christian Sommer

Auf dem Greifensee die Erfolgswelle surfen

Der Greifensee ist wegen seiner glatten Wogen nicht eben als Windsurfer-Mekka bekannt. Für Surflehrer Manuel Simmons ist er dennoch bestens geeignet: «Hier herrschen vor allem für Anfänger ideale Bedingungen, weil der Wind wegen der ebenen Landschaft gleichmässig bläst.» Simmons hat sich kürzlich das Niederustermer Ufer als künftigen Spot für seine Lektionen ausgesucht. «Ich habe zwei neue Lieben in meinem Leben: meine Freundin und den Greifensee», sagt Simmons. Durch seine Freundin, die schon lange in Niederuster wohnt und mit der er seit einem halben Jahr zusammen ist, habe er dann auch den See entdeckt», sagt der 36-Jährige.

Seine Surfschule «Enigmaticsurf» betreibt er mobil in Form seines Busses mit dem er das Material transportiert. Doch für den Greifensee will Simmons auf den Bus verzichten und die Surfausrüstung mit dem Anhänger zu Fuss an den See bringen. So können er und seine Schüler sich kennenlernen und seien beim zehnminütigen Marsch gleich noch aufgewärmt. Die aufgrund des Coronavirus gesperrten Parkplätze seien für ihn gar ein Vorteil.

Maurmer Konkurrent entspannt

Doch rund um den Greifensee herrschen nicht nur gute Windbedingungen für Hobbysurfer, hier beherrschen seit Jahren etablierte Anbieter das Geschäft: «55 Grad Nord», «Greifensee Dragons» oder «SUP Greifensee» in Maur sind Institutionen, die in der Region Kurse und Surfmaterial anbieten.

Ganz auf das Stand-Up-Paddling (SUP)-Geschäft hat sich Stefan Schmid konzentriert. Als Geschäftsführer von SUP Greifensee bietet er seit sieben Jahren an verschiedenen Standorten in Maur Kurse an und vermietet Bords. Von der neuen Konkurrenz hat er bisher noch nichts gewusst.

Ob auf dem rund 8,5 Quadratkilometer grossen See genügend Raum für eine zusätzliche Surfschule ist, könne er nicht beantworten. Schmid sagt aber: «Das Bedürfnis der Leute auf den Greifensee zu gehen, ist gross.» Für ihn sei der Neue erstmal keine Konkurrenz, da dieser sich in Niederuster bewege. «In Uster werden sie aber sicher hellhörig.»

Überbelegte Ustermer Surfwiese

Einer der dort SUP-Kurse anbietet und ein Shop betreibt, ist Felix Demuth. Mit seinem Geschäft 55 Grad Nord, das mitten in Uster steht, ist Demuth schon zehn Jahre auf dem Markt. Er sagt, dass ihn Manu Simmons schon angesprochen und eine Kooperation gesucht habe. «Leider konnten wir ihm die Räume und das Material, das er sucht, nicht anbieten. Das brauchen wir selber.»

Gegen neue Konkurrenz habe er grundsätzlich nichts, sagt Demuth, aber: «Der SUP-Markt ist schon übersättigt. Und auf der Surfwiese bei der Schiffstation tummeln sich jetzt schon die Massen.» Das werde sicher mit einem neuen Anbieter nicht besser.

Simmons mag dem Konkurrenzgedanken nicht viel abgewinnen. «Surfer sollten unter sich keine Konkurrenten, sondern Partner sein.» Deswegen habe er auch im Bestreben eine gute Partnerschaft aufzubauen Felix Demuth und weitere Anbieter kontaktiert, deren Namen er jedoch nicht nennen will.

Misslicher Start

Aufgewachsen ist Manuel Simmons in der Nähe des aargauischen Hallwilersee. Seit zwölf Jahren arbeitet er als Surflehrer. Er führte über eine Agentur Surfcamps in verschiedenen Destinationen in aller Welt durch. Nebenbei arbeitet Simmons als kaufmännischer Angestellter, zurzeit in einem Betrieb im Kanton Zürich.

Vor einem Jahr machte er den Schritt in die Selbständigkeit am Hallwilersee. «Das Geschäft lief miserabel», sagt Simmons. Die Nachfrage für seine Surflektionen sei tief geblieben. Für Simmons «kein Problem», denn es sei ein erster Versuch gewesen. Der Grund für die Misere sieht er in den überbauten Seeufern, welche den Einstieg zur Tortur mache.

Feeling am Greifensee

Er glaube, dass es am Greifensee besser laufen wird. Denn im Gegensatz zum Hallwilersee habe es hier einen guten unbebauten Zugang zum See. Falls es doch nicht laufen sollte, habe er immer noch seinen «0815-Job».

Das «Feeling» am Greifensee stimme. Die Radwege rundherum, die Grillplätze und die Natur – die Gegend schüre Emotionen, die es fürs Surfen braucht, sagt Simmons. Erste Lektionen habe er noch nicht gegeben, doch etwa 15 Anfragen habe er schon für die kommenden Wochen. Die meisten interessierten sich fürs sogenannte Wing-Surfing.

Für Simmons hat diese neue Sportart bei der man auf einem Brett steht und einen Flügel in der Hand hält, grosses Potential. «Wingsurfing ist ideal für jene, denen das Stand-Up-Paddling zu langweilig geworden ist.» Zwar bietet er nebst dem klassischen Windsurfing auch SUP-Lektionen an, doch wolle er seinen Kunden lieber etwas «Actionreiches» bieten.

Rau statt ruhig

Die Corona-Abstandsregeln einzuhalten sei kein Problem. Beim Surfen unterrichte er seine Schüler schon seit jeher auf Distanz. Die brauche es einfach für die Navigation mit dem Surfbrett.  

Während Simmons für seine unerfahrenen Kunden eine ruhige Wasseroberfläche bevorzugt, muss es für ihn richtig rau sein. «Ich gehe raus, wenn es stürmt.» So habe er auch bei den beiden Stürmen Sabine und Petra im Februar auf den Greifensee wollen, aber: «Es war mir dann doch zu kalt.»

Ohne Bewilligung Surfkurse anbieten?

Manuel Simmons wurde im Sommer 2019 mit seiner Schule am Hallwilersee feierlich ihn der Aargauer Zeitung vorgestellt. Wenige Tage später zitiert dasselbe Blatt in einer kurzen Meldung eine Sektionsleiterin des Kantons Aargau: Simmons verfüge nicht über die notwendigen Bewilligungen. Diese wolle er noch einholen, lässt sich Simmons damals zitieren.

Die Frage, ob Simmons eine Bewilligung für seine Surfkurse auf dem Greifensee benötigt, war bei der kantonalen Seepolizei erst mit Ja beantwortet worden. Nachdem sich Simmons mit der Frage «benötige ich eine nautische Bewilligung für einen einzelnen Surfschüler auf dem Greifensee?» an den Kanton gewendet hatte, kommt nach weiteren Abklärungen der Behörde ein Nein. Daniel Möckli, Dienstchef der Seepolizei des Kantons Zürich sagt: «Solange er nur Kurse für Einzelpersonen anbietet, braucht er keine Bewilligung.»

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