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Eine zweite Corona-Lähmung können wir uns nicht leisten

Die Schweiz wirft die Corona-Fesseln langsam ab. Was zurückbleibt sind nicht nur gewaltige Schäden, sondern auch eine wichtige Erkenntnis.

Bundespräsidentin Simonetta Somaruga verneigt sich vor dem abtretenden Corona-Delegierten Daniel Koch.

Keystone-SDA

Eine zweite Corona-Lähmung können wir uns nicht leisten

Statt im Frühling wird unser Leben dieses Jahr also erst im Sommer voll aufblühen. Aber wenigstens das, ist man geneigt zu sagen. Wäre es nach den Warnern und Vorsichtigen gegangen, würden wir noch heute mehrheitlich daheim sitzen und uns einkapseln. Schon zum zweiten Mal hat der Bundesrat sich dank bürgerlichem Einsatz ein Herz gefasst und geht mit den Lockerungen rascher voran als ursprünglich angedacht. Das ist in erster Linie für die unternehmungshungrige Bevölkerung eine gute Nachricht, aber auch für die verschiedenen Branchen, die nun fast alle wieder eine Perspektive erhalten. Weiterhin warten müssen die grossen Konzerte und Feste. Und die Bewegungsfreiheit bleibt mindestens international noch eingeschränkt.

Rasche Rückkehr zur Normalität

Alles andere als dieses vom Bundesrat angeschlagene Tempo wäre angesichts der tiefen Corona-Fallzahlen schlicht nicht zu erklären. In den vergangenen zehn Wochen hat die Coronakrise die ganze Schweiz gelähmt und einen gewaltigen wirtschaftlichen sowie sozialen Schaden verursacht. Um diesen nicht noch weiter zu vergrössern, gilt es rasch möglichst zur Normalität in jedem Bereich zurückzukehren.

Noch geistert die Angst vor einer zweiten Welle in vielen Köpfen herum. Trotz etlicher Probleme haben die Schweiz und deren Bewohner aber während der ersten Welle gezeigt, dass sie in der Lage sind, das Coronavirus in den Griff zu kriegen. Vor allem aber sind wir nun alle vorgewarnt und haben gelernt, wie wir uns zu verhalten haben: Das Wichtigste ist die Einhaltung der Distanz- und Hygieneregeln.

« Nie mehr »

Die Hauptlehre aus diesem Lockdown muss aber sein: « nie mehr » . Wir können uns eine zweite Corona-Lähmung aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen schlicht nicht leisten. Das ist eine Feststellung und gleichzeitig ein Appell. Die Eigenverantwortung wird jetzt wieder stärker eingefordert und steht an oberster Stelle. Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung der Regeln, sondern auch darum, sich im Interesse der Gemeinschaft  zu melden, wenn jemand bei sich Krankheitssymptome feststellt.

Neue Virenherde müssen schnell lokalisiert und gleich isoliert werden können. Dafür braucht es alle. Gedämmert hat nun die Einsicht, dass gezielte, lokal begrenzte Schutzmassnahmen viel effizienter und effektiver sind als flächendeckende. Von einem solchen Vorgehen profitieren wir alle.  

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