Nachgefragt beim Strassenbauer
Herr Schneider, zum Strassenbau gehört mehr als nur Asphalt einbauen. Was macht die Lehre interessant?
Andy Schneider: Man sieht nach der Arbeit ein fertiges Werk. Es gibt nicht nur ein virtuelles Resultat, wie bei einem Bürojob. In der Lehre lernt man das Handwerk von Grund auf. Vom Planen, wo auch mathematische und geometrische Fähigkeiten gefragt sind, über die Arbeitsvorbereitung bis schliesslich zu den Strassenbau- und Belagsarbeiten auf der Baustelle. Hinzu kommen spezielle Bereiche wie Pflästerungen und Kanalisationsarbeiten. Ausserdem arbeiten wir bei der Inauen Strassenbau AGmit dem sogenannten Art-Beton-Modulsystem. Unsere vorgefertigten Module kennt man etwa von Bushaltestellen.
Was fasziniert Sie am Beruf des Strassenbauers?
Man ist in der Natur draussen und es ist ein handwerklicher Beruf, der sehr vielseitig ist. Gerade in kleinen Betrieben arbeitet man auf Baustellen jeglicher Grösse. Wir arbeiten zwar meistens nach den Vorgaben von Kanton und Gemeinden, aber manchmal können wir uns auch mit guten Ideen und Kreativität in die Umsetzung einbringen. Und einen Bonus gibt es: Das Fitnessabo ist durch die körperliche Arbeit quasi gleich inbegriffen.
Welche Fähigkeiten brauchen Strassenbau-Lernende?
Es muss vor allem der Wille da sein, etwas lernen zu wollen – und natürlich die Freude draussen an der frischen Luft zu arbeiten. Mathematische und digitale Fähigkeiten werden immer wichtiger. 3D-Planungssysteme, wie sie im Hochbau bereits üblich sind, werden inzwischen auch im Strassenbau häufiger eingesetzt.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Attraktiv ist, dass man die ganze Karriereleiter durchlaufen kann. Vom Lernenden über den Vorarbeiter und Polier bis zum Bauführer oder Baumeister. Zudem sind Spezialisierungen möglich, wie etwa im Bereich der Pflästerung.
Dieser Beitrag erschien in der Beilage «RegionalWirtschaft» vom 23. Mai 2020.