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Dübendorf online ist jetzt barrierefrei

Der Online-Auftritt der Stadt Dübendorf wurde komplett überarbeitet. Damit die Website auch von Sehbehinderten genutzt werden kann, sind die Verantwortlichen neue Wege gegangen.

Früher war die Suchfunktion ein Albtraum, heute funktioniert es., «Unübersichtlich»: ​​​​​​​Die Startseite der alten Website kam in einer Bevölkerungsumfrage nicht gut an., Die Primarschule ist noch «​​​​​​old school» unterwegs; die neue Website kommt Mitte August.​​​​​​​

PD

Dübendorf online ist jetzt barrierefrei

Die neue Website der Stadt Dübendorf überrascht mit einer ungewöhnlichen Startseite. Statt dem üblichen Registerkartendesign und der Aufteilung nach Rubriken befindet man sich beim Aufrufen der Internetseite an einer Art digitalem Welcome-Desk, wo man sein Anliegen direkt im Suchfenster eingeben kann.

Selbst wenn die alte Startseite kürzlich in einer Bevölkerungsumfrage als unübersichtlich kritisiert wurde: Diese Umstellung hat wohl vielen regelmässigen Usern beim ersten Besuch den Angstschweiss auf die Stirn getrieben. Denn die Suchfunktion auf der alten Website war, gelinde gesagt, ein Albtraum: Treffer waren Glücksache, Suchergebnisse ungenau oder dann so zahlreich, dass man sich durch dutzende Dokumente durcharbeiten musste.

Heiratswillige haben es leichter

Auch jetzt ist nicht alles perfekt. So funkt zwischendurch auch mal eine veraltete Datenbank rein. Die Suche nach «Stadtschreiber» zum Beispiel listet nicht nur «Martin Kunz» auf, sondern auch seinen Vorgänger «David Ammann», der die Stadt vor sieben Jahren verlassen hat. Ansonsten jedoch funktioniert es einwandfrei.

«Wir haben uns entschieden, die App nicht zu löschen.»

Mathias Vogt, Projektleiter

«Um bei der Suche die Relevanz zu erhöhen, haben wir uns neu auf die wichtigsten Themenbereiche beschränkt», sagt Projektleiter Mathias Vogt. Ausserdem hätten die Administratoren eine umfangreiche Liste mit Schlüsselwörtern zusammengestellt, um die Ergebnisse zu verbessern. Heiratswillige kommen nun also nicht wie früher nur über das Bürokratenwort «Eheschliessung» zu den gewünschten Informationen, sondern auch mit verwandten Begriffen. «Das war eine ziemliche Fleissarbeit», sagt Vogt.

Wer lieber konventionell unterwegs ist, findet die klassische Navigation nach wie vor unter dem Navigations-Menü. Aber auch hier ist der Anspruch der Entwickler, sich an der «Erfahrungswelt» der Benutzer zu orientieren, und nicht an den Strukturen der Verwaltung.

Grafiken, die nicht mitspielen

Bei der Technologie setzt die Stadt auf ein sogenanntes «responsive Design», das mittlerweile Standard ist. Die dynamische Darstellung passt sich automatisch an, egal, ob man am PC surft oder mit dem Smartphone. Auch das klappt – mit Ausnahme einiger Grafiken, die nicht mitspielen und deshalb nur beschränkt lesbar sind.

Doch braucht es da überhaupt noch eine separate Mobile-Applikation, zumal die «Dübi-App» noch angestaubter wirkt als die alte Website? «Wir haben uns entschieden, die App nicht zu löschen», sagt Vogt. Dies weil man die User nicht verlieren möchte, die die Push-Meldungen – also etwa die Erinnerung für Abfallsammlungen – nutzten. Eine neue App sei geplant, der Zeitrahmen dafür aber noch völlig offen.

«Gemäss Experten ist eine konventionelle Website mit den üblichen Zusatzfunktionen wie Schriftvergrösserung nie richtig barrierefrei.»

Mathias Vogt, Projektleiter

Automatisierte Informationen bekommt man aber auch über die neue Website, einfach per E-Mail. Das Angebot an Newslettern wurde mit dem 63‘000 Franken teuren Relaunch von Dübendorf online stark ausgeweitet. So können sich Interessierte nun etwa sämtliche amtlichen Publikationen zukommen lassen, gefiltert nach den einzelnen Themenbereichen. Ebenfalls neu ist, dass man Online-Dienstleistungen direkt mit der Twint-App bezahlen kann. Und die SBB-Tageskarte bekommt man nun auf Wunsch auch nach Hause geschickt.

Die Grünen sind zufrieden

Für Menschen mit einer Sehbehinderung gibt es auf der Website eine konfigurierbare Vorlesefunktion – im Prinzip keine grosse Sache. Darüber hinaus hat die Stadt zusammen mit den Webentwicklern und der Stiftung «Zugang für alle» aber eine spezielle, barrierefreie Zusatzseite entwickelt, die sich über die Navigationsleiste aktivieren lässt und die gleichen Inhalte aufweist.

«Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt», sagt Vogt. «Gemäss Experten ist eine konventionelle Website mit den üblichen Zusatzfunktionen wie Schriftvergrösserung nie richtig barrierefrei.» Mit einer separaten Internetseite hingegen habe man ganz andere Möglichkeiten. Die Site befindet sich momentan im Aufbau und soll Schritt für Schritt weiterentwickelt werden.

Die Dübendorfer Grünen haben bereits in zwei politischen Vorstössen den Webauftritt der Stadt kritisiert und Verbesserung in Sachen Barrierefreiheit gefordert. Für David Siems, Präsident der Ortspartei, ist die Website auf den ersten Blick «eine grosse Verbesserung». Ihm gefällt, dass man die barrierefreie Internetseite «per Knopfdruck» zuschalten kann. «Vor allem aber gegenüber der App ist die neue Site ein Riesenfortschritt.»

Die Schule zieht nach – aber anders
 

Wer einen Blick auf die Vergangenheit der städtischen Website werfen will, kann sich auf der Internetseite der Primarschule Dübendorf umsehen. Diese wurde einst im gleichen Stil und Layout umgesetzt – und ist entsprechend veraltet. Voraussichtlich Mitte August soll aber auch die Schule einen neuen Auftritt im Internet bekommen, wie Primarschulpräsidentin Susanne Hänni (GLP/GEU) auf Anfrage sagt. «Wir arbeiten hier mit der gleichen Firma zusammen wie die Stadt und können so gewisse Synergien nutzen.»
 
Allerdings wird die Schulwebsite anders aufgebaut sein, da die einzelnen Schuleinheiten mehr Gewicht erhalten sollen – inklusive einer jeweiligen Rubrik für den Elternrat. Unterschiede gibt es gemäss Hänni auch im Erscheinungsbild, das sich am neuen Corporate Design der Primarschule orientieren werde.

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