Gerade mal eine Rundfahrt konnte die Schifffahrts-Genossenschaft Greifensee (SGG) zum Saisonbeginn am 15. März durchführen, dann erklärte der Bundesrat die ausserordentliche Lage – und schon wars wieder vorbei mit den Genussfahrten auf dem zweitgrössten Zürcher See. Stattdessen: zwei frisch revidierte Schiffe wieder eingemottet, Kurzarbeit, finanzielle Ausfälle.
Nun, zwei Monate nach Beginn des Lockdowns, sind herkömmliche Rundfahrten weiterhin untersagt. Allerdings hatten die Verantwortlichen darauf gehofft, das kulinarische Angebot der SGG ab dem 15. Mai wieder aufnehmen zu können: Frühstücksfahrten, Tischgrill auf dem heissem Stein, länderspezifische Themenabende oder am Vormittag das neue «Coffee and Waves», neudeutsch für Kaffeefahrt. Noch vor einer Woche liefen die Vorbereitungen hierzu auf Hochtouren. Jetzt hat sich gezeigt: Auch das ist bis auf weiteres verboten.
«Es war nicht ganz einfach, an die richtigen Informationen zu kommen», sagt Germaine Müller, Co-Geschäftsführerin der SGG. Die Frage sei gewesen, ob kulinarische Rundfahrten als gastronomisches oder touristisches Angebot gelten. «Wir sind da ein Grenzfall .»
Es herrscht Ungewissheit
Es sei «keine einfache Situation», sagt Germaine Müller. «Der Bundesrat hat zwar angekündigt, am 27. Mai über das Thema Tourismus zu beraten, eine weitere Öffnung am 9. Juni steht im Raum.» Doch inwieweit man dann weitermachen könne, sei derzeit alles andere als klar.

