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Dübendorf hat jetzt ein eigenes Handy-Abo

Die Glattwerk AG lanciert ein eigenes Mobile-Angebot – auf Kundenwunsch, wie es heisst. Doch was taugt das Abo? Und wieso machen die das?

Lokalpatrioten können ab sofort auch per Handyabo ihre Verbundenheit mit der Region demonstrieren.

Thomas Bacher

Dübendorf hat jetzt ein eigenes Handy-Abo

«Glattmobile» heisst das Handyabo, das die Glattwerk AG seit Anfang Woche im Angebot hat. Damit steigen die vor Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelten Dübendorfer Stadtwerke also ins Mobile-Geschäft ein – zusätzlich zum bestehenden Angebot für Internet, TV und Festnetztelefonie. Doch wieso tun sie das?

Unter anderem wegen Marktanalysen des Verbands für Kommunikationsnetze. Das sagt Samuel Frempong, der Bereichsleiter Telekommunikation der Glattwerk AG. «Befragungen haben ergeben, dass ein grosser Teil der Kunden eine Gesamtlösung bevorzugt – also alle Angebote aus einer Hand.» Dies hat gemäss Frempong den Vorteil, dass die Kunden nur eine Rechnung erhalten und nur einen Ansprechpartner haben. Dazu komme, dass immer weniger Leute einen Festnetzanschluss hätten und stattdessen zunehmend mit dem Handy telefonierten.

Kein finanzieller Druck

Für ihr Mobile-Angebot arbeitet die Glattwerk AG mit dem Kabelnetzverbund Quickline zusammen, der für sein Mobile-Angebot wiederum die Infrastruktur von Sunrise nutzt. «Das war für uns die beste Option, und unsere Kunden haben ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis», rührt Frempong die Werbetrommel.

Es gehe der Glattwerk AG nicht darum, einen möglichst grossen Anteil des wachsenden Mobile-Marktes zu sichern, sagt Frempong. Dies ergibt sich allein schon aus dem Einzugsgebiet, das neben Dübendorf mit Gockhausen die Nachbargemeinden Wangen-Brüttisellen, Wallisellen und Dietlikon umfasst.

«Wir rechnen mit 2000 bis 2500 verkauften Abos in den nächsten fünf Jahren», sagt er. Um rentabel zu sein, benötige man keine bestimmte Anzahl Abonnenten. «Wir machen es auch nicht, um einen Riesengewinn zu erzielen, ein finanzieller Druck besteht nicht. Es soll einfach eine Ergänzung zu unserem bestehenden Angebot sein.» Das gelte auch für den Verkauf von Handys im Shop an der Usterstrasse. Man habe eine paar Geräte, die Auswahl sei aber überschaubar.

«Die meisten lokalen Kabelnetzbetreiber in der Deutschschweiz arbeiten mit UPC oder Quickline zusammen.»

Ralf Beyeler, Telekom-Experte bei Moneyland.ch

Der zusätzliche Aufwand, der durch das Handyabo entsteht, sei «moderat» und mit der bestehenden Belegschaft machbar, sagt Frempong. Dies, obwohl die Glattwerk AG den sogenannten First-Level-Support selbst übernimmt, also bei Problemen die erste Ansprechpartnerin ist. 

Doch wie gut ist das Angebot von Glattmobile? Und ist es überhaupt sinnvoll, dass ein Unternehmen wie die Glattwerk AG diesen Weg geht? Für Ralf Beyeler, Telekom-Experte von Moneyland.ch, macht die gewählte Kooperation Sinn. «Die meisten lokalen Kabelnetzbetreiber in der Deutschschweiz arbeiten mit UPC oder Quickline zusammen», sagt er. So müssten sich die jeweiligen Betreiber nicht um Details kümmern, und wenn der Kundendienst ein Problem nicht zu lösen vermöge, könne er das Problem an Quickline delegieren. Dass sich der Mehraufwand in Grenzen halte, sei deshalb nachvollziehbar.

Ein Geschenk zum Auftakt 

Bezüglich der Tarife sagt Beyeler: «Ein Preisvergleich ergibt, dass Quickline respektive die Glattwerk AG mit ihrem Handy-Abo nicht mit den günstigsten Abos im Schweizer Markt mithalten kann.» In vielen Fällen sei der Anbieter im oberen, also günstigsten Drittel der Tabelle. Je nach individuellem Nutzungsverhalten sei der Abstand aber grösser.

Bei den Kosten für einen «Normalnutzer» ordnet der Moneyland-Rechner Quickline hinter den Angeboten von Lidl oder Wingo ein, aber vor den Grossen wie Salt, Sunrise oder Swisscom. Für Wenignutzer könne es Sinn machen, auf die Flatrate-Option für die Telefonie und Kurznachrichten zu verzichten, so Beyeler. «Dann sind die 20 Rappen pro Minute moderat.»

Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» bezeichnete vor einem Jahr in einem Vergleich das günstigte Abo von Quickline als «Spezialfall». Die Minutenpreise für die Telefonie seien mit Prepaid vergleichbar. Wer jeden Tag mit dem Handy im Internet surfe, fahre dank den inbegriffenen 2 Gigabyte-Daten günstiger als mit dem Prepaid-Angebot von Aldi.

Oder sogar viel günstiger. Denn mit ihrer Einführungsaktion schenkt die Glattwerk AG – bei einer Mindestvertragsdauer von 24 Monaten – ein Jahr lang die Abokosten und Flat-Optionen für alle Mobile-Abos.

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