Zwölf Jahre lang hatten die Gockhauser keine Einkaufsmöglichkeit in ihrem Ort, nun gibt es bald wieder einen Dorfladen: Im Juli eröffnet in der neuen Überbauung Rossweid ein Volg. 145 Quadratmeter gross, ein Sortiment für den täglichen Bedarf mit Fokus auf Frischprodukte und Produkte aus Schweizer Herkunft sowie Spezialitäten von lokalen Produzenten – das sind die Eckwerte. Die Öffnungszeiten sind fast mit einem Tankstellenshop zu vergleichen: Montag bis Samstag von 6 bis 21 Uhr.
Mehr Einwohner – mehr Kunden?
«Gockhausen ist ein typisches Volg-Dorf», sagt Volg-Mediensprecherin Tamara Scheibli. Tatsächlich war der Detaillist schon einmal im Ort präsent, und zwar als Zulieferer für den früheren Dorfladen in der Überbauung Dorfzentrum. 15 Jahre lang hatte eine Genossenschaft zusammen mit verschiedenen Betreibern versucht, den Dorfladen über Wasser zu halten. Doch nachdem der vierte wegen zu geringer Umsätze kündigte, zog die Genossenschaft die Reissleine und schloss das Geschäft.
Der frühere Präsident der Genossenschaft, Matti Neuenschwander, beklagte damals gegenüber dem «Tages-Anzeiger» die mangelnde Solidarität der Gockhauser. «Ein solches Lebensmittelgeschäft muss sich ein Ort leisten, das leuchtet allein schon in Anbetracht des Einzugsgebiets ein», betonte der selbstständige Architekt. Es reiche nicht, wenn die Leute nur das posten würden, was sie beim Grosseinkauf vergessen hätten.
Dem neuen Dorfladen gibt Neuenschwander nun «viel grössere Chancen», wie er auf Anfrage sagt. «Mittlerweile leben tausend Personen mehr in Gockhausen, der Laden befindet sich in einer grossen Wohnüberbauung, die Zufahrt von der Hauptstrasse her ist kurz und es gibt genügend Parkplätze.»

