Kampf um Campingplatz Auslikon und Parkplätze am See geht weiter
Die Vorwürfe ebben nicht ab. Auch über ein halbes Jahr, nachdem der Regierungsrat das neue Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» präsentiert hat, gibt es nach wie vor viele, die sich mit dem Massnahmenkatalog nicht anfreunden wollen. So haben jüngst einige Ausliker eine Unterschriftensammlung mit 437 Einträgen an Regierungsratspräsidentin Carmen Walker Späh eingereicht.
Ende für den Campingplatz und neue Parkgebühren
23.09.2019

Kanton stellt Mobilitätskonzept vor
Am Montag hat der Zürcher Regierungsrat informiert, wie er den Verkehr und die Freizeitaktivitäte Beitrag in Merkliste speichern Die Forderungen sind nicht neu. «Auch wir wehren uns gegen unnötige, unverhältnismässige und kontraproduktive Massnahmen», heisst es im Schreiben. Die Strasse von Auslikon zum See sowie Badi und Campingplatz mit zugehörigem Parkplatz seien für sie immer wichtige Bestandteile in «unserem wunderbaren Erholungs- und Naturschutzgebiet» gewesen.
«Abwertend für das Dorf»
Das neue Konzept, darunter die Schliessung Campingplatzes Auslikon per Ende 2023, warf bereits im Herbst grosse Wellen. Warum also eine Petition zu diesem Zeitpunkt? «Wir haben die Angelegenheit bereits letzten Sommer diskutiert», sagt Willi Schellenberg, der die Petition gemeinsam mit Valerian Walser aufgegleist hat. Nach einer längeren Abwesenheit Schellenbergs haben die beiden Ausliker sich im Januar dem Thema noch einmal angenommen und Ende Februar mit dem Sammeln der Unterschriften begonnen.
Die Änderungen gemäss Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee»
Campingplatz Auslikon: Der Betrieb wird per Ende 2023 eingestellt.
Verkehr und Parkierung Seegräben: Verbesserung der ÖV-Freizeiterschliessung, Ersatz für wegfallende Parkierungsflächen im Aatal sowie zeitliche Ausweitung und einfachere Einrichtung der «Phase Rot».
Ruetschbergstrasse: Verlegung zwischen Holzweid und Faichrüti zu Gunsten des Radrundwegs, Verkehrsberuhigungsmassnahmen im Weiler Ruetschberg und Verlegung der Kleinstparkplätze entlang der Ruetschbergstrasse auf das ARA-Areal.
Flächendeckende Einführung der Parkplatzbewirtschaftung in Abstimmung mit den entsprechenden Konzepten der Gemeinden
Verlegung der Parkplätze aus dem Moorschutz- an den Rand des Landschaftsschutzperimeters.
Reduktion / Verlegung Parkierungsanlagen Auslikon
Attraktivierung Veloverkehr: Einrichtung neuer Abstellanlagen und eines Veloverleihsystems.
Ihnen stösst primär die Verlegung des Parkplatzes am See an den Dorfrand von Auslikon sauer auf. «Das ist unangemessen und abwertend für unser Dorf.» Nebst einer optischen Verschlechterung würden damit künftige Besucher versucht sein, ihre Autos irgendwo im Dorf Auslikon zu parkieren. Weder Parkplatz noch Campingplatz würden die Natur stören, die Tiere hätten sich weitgehend an diese Anlagen gewöhnt. «Insbesondere da die Tierwelt nicht verfolgt, geplagt, bedroht oder sonst irgendwie schikaniert wird.»
Der Campingplatz soll beim See und damit auch der Parkplatz beim See bestehen bleiben und nicht an den Dorfrand von Auslikon und damit ins landwirtschaftliche Kulturland verschoben werden. «Dies steht in einem klaren Widerspruch zur Kulturland-Initiative», sagt Schellenberg.
«Dies erachten wir als sehr bedenklich, absolut unschweizerisch und rechtlich fragwürdig.»
Aus der Petition an den Regierungsrat
Zudem kritisieren die Petenten, dass der Schlussbericht «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» unter weitgehendem Ausschluss der betroffenen Öffentlichkeit erarbeitet wurde. «Nur einseitig orientierte Verbände/Organisationen konnten sich äussern oder bei der Erarbeitung mitwirken», sagt Schellenberg. «Wir empfinden das als klaren Affront.» Ebenfalls seien betroffene Eigentümer nicht in den Prozess einbezogen worden. «Auch dies erachten wir als sehr bedenklich, absolut unschweizerisch und rechtlich fragwürdig.»
Konkret hätte sich Willi Schellenberg eine Delegation aus dem Dorf Auslikon gewünscht. Zudem hätte man die Bevölkerung von Auslikon und den Zeltklub zu einem Info-Abend einladen, über die geplanten Massnahmen informieren und mittels Umfrage oder Abstimmung die Meinung der betroffenen Bevölkerung abholen können. Den Vorwurf, nicht angehört worden zu sein, hatte Willi Wohlgemuth, Präsident des Zeltklubs Zürichsee-Oberland und Betreiber des Campingplatzes Auslikon, bereits im letzten Herbst erhoben. «Nun äussern wir uns mit dieser Petition und hoffen natürlich auf entsprechendes Gehör», sagt Schellenberg
Einer künftigen Bewirtschaftung des Parkplatzes am See sowie einer Schliessung der Strasse, wenn der Parkplatz voll ist, können die Petenten indessen «vollumfänglich zustimmen». Man sei durchaus dafür, die Natur zu schützen, betont Schellenberg. «Ich liebe die Natur, bin häufig draussen und zudem auch Mitglied des Vogelschutzvereins. Aber wir sind auch für ein Miteinander, es braucht nicht alles verboten zu werden.»