Rot-weisse Absperrbänder und rote Pflöcke führen durch das Tulpenfeld, das Rapsfeld und entlang dem angrenzenden Weizenfeld. Die Markierungen sind nicht wegen des Coronavirus aufgestellt worden. Sie zeigen vielmehr auf, wo das rund 200 Meter lange, offen geführte Teilstück der geplanten Oberlandautobahn bei der Gossauer Aussenwacht Grüt zu liegen käme.
«Diesen Muldenbereich gilt es zu nutzen, um auch hier die Autobahn unter den Boden zu versenken», sagt der Bauer Martin Schärer, der das geplante Trassee im Gelände ausgesteckt hat. Er orientierte sich dabei an den Sondierbohrstellen entlang der Projektachse. Schärer wohnt neben dem geplanten Autobahntrassee. Und auf seinem Boden käme die offene Passage zu liegen. Eine Lückenschliessung kommt für ihn aber nur in Frage, wenn die ganze Linienführung unterirdisch erfolgt und die bestehende Hochspannungsleitung Aathal-Betzholz in den Tunnel gelegt wird.
Grundwasser und Belüftung
Für Schärer, der hier im «Rinderbrunnen» beim Grütner Seewadel aufgewachsen ist und seit 1972 in dritter Generation den Hof führt, verdient nur die Variante «Tunnel tief» Unterstützung. Diese präsentierte der Kanton im vergangenen Dezember als Alternative zur Richtplanvariante – die neben Schärers Hof vorbei führt. Aber eben, ob der tief im Fels geführte Tunnel vom Bund weiterverfolgt wird, ist noch offen. Die offizielle Planung dagegen basiert auf dem Richtplanprojekt. «Man muss Einfluss nehmen, wenn man noch etwas bewegen kann», benennt Schärer die Motivation für seine Aktion. Ihn stört auch, dass die offen geführte Passage bisher damit begründet worden sei, dass hier wegen des Grundwassers die Autobahn nicht tiefer gelegt werden könne. «Hier wird von den kantonalen Stellen intransparent informiert», schiebt er nach.

