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Dem Solarabfallkübel geht vorerst das Licht aus

Die Testphase eines High-Tech-Mülleimers in Uster ist abgeschlossen. Die Stadt ist mit dem kostspieligen Produkt zufrieden, verzichtet aber auf weitere Zukäufe.

Die Stadt Uster hat den «Solar-Presshai» während eines Jahres getestet., Der Abfallkübel mit Solarmodul, das Strom für die Müllpresse liefert, stand bis vor kurzem am Landiweg., Etwa 9000 Franken kostete der Abfallkübel die Stadt. Das Teil bleibt auf städtischem Gebiet ein Unikat.

Archivfoto: Raphael Brunner

Dem Solarabfallkübel geht vorerst das Licht aus

Haie sind wegen ihren Rasiermesserscharfen Zähne gefürchtet. Ganz zahnlos kommen aber die Ustermer Haie daher. In der Stadt muss der Fisch nämlich als Namensgeber für Mülleimer herhalten. So stehen überall in Uster die silbernen Abfalleimer aus Edelstahl, die eine Schweizer Firma unter dem Namen «Abfallhai» verkauft. Bis vor kurzem stand neben der Landihalle ein ganz besonderes Exemplar – der sogenannte «Solar-Presshai».

Der Solar-Kübel ist der Weisse Hai unter den Haien: Grösser und gefrässiger als die normalen «Haie» in der Stadt. Diese haben eine Kapazität von 70 bis 150 Liter – der «Solar-Presshai» schluckt 500 bis 700 Liter. Möglich wird die grosse Menge auch wegen der eingebauten Presse, die über das Solarmodul auf dem Deckel betrieben wird. Damit der «Hai» keinem den Arm zermalmt, schliesst sich vor dem Pressvorgang eine Schutzkappe.

Kiosk mit viel Abfall

In einer Testphase wollte die Stadt Uster wissen, ob sich das Produkt, wie von Hersteller angepriesen, bewährt, sagt Andreas Frei, Abteilungsleiter Bau.

«Die höhere Müllkapazität, im Vergleich mit einem gewöhnlichen Abfalleimer der Serie Hai, rechtfertigt den Preis.»

Andreas Frei, Abteilungsleiter Bau Stadt Uster

Gemäss Hersteller ist das Produkt vandalensicher, pflegeleicht auch bei Graffitis, brandhemmend sowie rostfrei – und dank der eingebauten Presse verdichtbar. Der grössere Eimer sei gerade bei der Landihalle nötig, weil dort die Stadtparkanlage und der Werkheim-Kiosk abgedeckt werden. «Der ‹Solar Presshai› ist bei der wöchentlichen Leerung jeweils ziemlich voll», sagt Frei.

Ist der Eimer voll – meldet’s die App

Der Hightech-Müllvertilger kann zudem per App den Füllstand melden. Auf diese technische Unterstützung verzichtet die Stadt aber, wie Frei sagt. «Die Mitarbeiter machen wöchentlich die gleichen Kübeltouren. Sie leeren die Mülleimer, egal ob diese voll sind oder nur ein Nastuch drin ist.»

Wegen der Baustelle am Landihallenweg wurde der «Solar-Presshai» aber vor zwei Wochen demontiert und wird nun vorübergehend im Werkhof der Stadt eingelagert. Wo der Eimer danach wieder aufgestellt wird, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, sagt Frei.

9000 Franken für Eimer

«Es muss ein Ort sein, wo sehr viel Abfall erzeugt wird», sagt Frei. In Frage käme etwa das Ufergebiet am See. Dort unten habe die Stadt aber schon die sogenannten Unterflur-Kübel aufgestellt. Die hätten eine weit höhere Kapazität als der «Solar-Presshai». Deswegen brauche es diesen Abfalleimer dort zurzeit nicht.

Die Testphase der Abfallhaie wurde Mitte 2018 abgeschlossen. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Frei. Doch trotz des positiven Fazits: Die Stadt will vorerst nicht mehr von den Eimern aufstellen. Der stolze Preis von rund 9000 Franken pro Exemplar sei dabei kein Grund gewesen, weshalb man in Uster auf das Produkt verzichtet. «Die höhere Müllkapazität, im Vergleich mit einem gewöhnlichen Abfalleimer der Serie Hai, rechtfertigt den Preis», sagt Frei. Ein gewöhnlicher Abfalleimer koste etwa 3000 Franken. Aber der Kauf von weiteren «Solar-Presshaien» habe sich schlicht «nicht aufgedrängt».

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