Er will, aber er darf nicht: Der Stadtrat hat kürzlich Massnahmen beschlossen – wohl auch unter dem Druck der Parteien – um das heimische Gewerbe in der Coronakrise anzukurbeln. Auch vor diesem Hintergrund gab die Exekutive grünes Licht, damit am Freitagmorgen erstmals seit dem Lockdown ein «dezentraler Wochenmarkt» wieder hätte durchgeführt werden können. Geplant waren zwölf um das Stadthaus verteilte Markstände, in einem Abstand von mindestens zwanzig Metern zueinander.
«Das Einkaufen ist auf dem Markt weit unproblematischer als im dichten Gedränge rund ums Gemüsesortiment einer Migros.»
Jean-François Rossier (SVP), Ustermer Stadtrat
Dabei wären die Abstands- und Hygienemassnahmen problemlos eingehalten worden, sagt Stadtrat Jean-François Rossier (SVP), Abteilungsvorsteher Sicherheit der Stadt Uster. Doch die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich hat den Stadtrat kurzfristig auf das Marktverbot des Bundes hingewiesen und die Stadt aufgefordert, den Anlass abzusagen.
Auf dem falschen Fuss erwischt
Sehr zum Ärger von Rossier. «Erst am Donnerstagmorgen bekamen wir die E-Mail vom Kanton. Bis dahin waren wir noch guten Mutes». Und der Sicherheitsvorstand ergänzt: «Wir wurden auf dem falschen Fuss erwischt.» Zwar liege die Kompetenz zur Durchführung des Marktes klar bei der Stadt, doch der Stadtrat sah sich dennoch gezwungen, den Anlass «aufgrund der Einflussnahme durch die Volkswirtschaftsdirektion» abzublasen. «Wir wollten eine Unsicherheit in den Reihen der Marktstandbetreiber vermeiden und schnell informieren.»

