Corona-Infizierte in den Heimen Uster
Kürzlich informierte die Zürcher Gesundheitsdirektion an einer Medienkonferenz über die neuen Covid-19-Testempfehlungen für Alters- und Pflegeheime (siehe Box). Schon vor den Empfehlungen des Kantons haben die Alters- und Pflegeheime der Stadt Uster in den beiden Standorten «Im Grund» und «Dietenrain» mit den Tests begonnen.
Laut Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) sei der erste Test Anfang März gemacht worden. «Die Tests werden seither individuell im Verdachtsfall vom Arzt verordnet.» Getestet würden Mitarbeiter und Bewohner der Heime.
«Es wurden sechs Pflegepersonen und zehn Bewohnende positiv getestet.»
Barbara Thalmann (SP), Stadtpräsidentin Uster
Die Ergebnisse bestätigen nun: Sowohl Bewohner als auch Personal der Heime Uster haben sich mit dem Virus infiziert. «Es wurden sechs Pflegepersonen und zehn Bewohnende positiv getestet», sagt Thalmann. Aktuell seien die sechs Pflegepersonen «symptomfrei» Zuhause in Quarantäne.
Von den zehn erkrankten Bewohnern sei nur noch einer infiziert. Dieser sei im seinem Zimmer isoliert. Ob der Betroffene «Im Grund» oder im «Dietenrain» untergebracht ist, gibt Thalmann aus Datenschutzgründen nicht bekannt.
Nach dem ersten bestätigten COVID-19-Fall seien in der betroffenen Wohneinheit alle Bewohner und Mitarbeiter, die aktuell oder bis zehn Tage vorher dort gearbeitet hatten, getestet worden, sagt Thalmann. Dies sei schon lange vor der aktuellen Empfehlung der Gesundheitsdirektion erfolgt.
Isolation für sämtliche Zimmer
Wie Thalmann sagt, herrschten in den Heimen Uster generell sehr strenge Schutzmassnahmen. «In den vier Häusern sind sämtliche 12 Abteilungen, mit den je 18 bis 25 Plätzen, seit dem 8. April isoliert. Bewohner und Mitarbeitende bleiben auf der jeweiligen Abteilung.» Besuche von aussen seien abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen nicht möglich. «Wir sind wir sehr zuversichtlich, dass die konsequent umgesetzten Massnahmen nachhaltig greifen», sagt die Stadtpräsidentin.
Thalmann sieht aber auch die Schwächen eines Tests: «Ein Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme, eine Infektion könnte kurz nachher stattfinden.»
Negative Tests in Wetzikon
Anders ist die Situation im Alterswohnheim «Am Wildbach» in Wetzikon. Leiterin Brigitte Riederer sagt: «Bis jetzt haben wir keine positiv getesteten Fälle.» Fünf Personen – Personal und Pflegebedürftige – seien seit Mitte März von Hausärzten oder im Spital getestet worden. Dies sei aufgrund von Unwohlsein oder erhöhter Temperatur erfolgt. «Wir testen als Vorsichtsmassnahme», sagt Riederer.
«Nur wenn positiv getestet wird, übernimmt die Krankenkasse den Betrag.»
Brigitte Riederer, Leiterin Alterswohnheim «Am Wildbach» Wetzikon
Für die Leiterin ist klar, dass man sich im Alterswohnheim «Am Wildbach» an die Empfehlungen der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich halten wolle. Somit würden in einem Covivd-19-Fall bei Bewohnern oder Mitarbeitenden, die nun empfohlenen Tests gemacht und «selbstverständlich alle entsprechenden Massnahmen ergriffen».
Teure Tests
Zu den Kosten für die Tests meint Brigitte Riederer: «Ein solcher kostet etwa 220 Franken. Und nur wenn positiv getestet wird, übernimmt die Krankenkasse den Betrag.» Falls Kosten für nicht positiv Getestete anfallen würden, übernehme diese wohl die Stadt Wetzikon.
Eine weitere Schwierigkeit sieht die Leiterin des Wetziker Alterswohnheimes in der Isolationsmassnahme im Fall einer Erkrankung von Menschen mit einer dementiellen Entwicklung. «Demenzkranken Personen kann man erklären, dass sie ihr Zimmer nicht verlassen dürfen, doch sie vergessen es gleich wieder.»
Und für Rieder ist klar: «Ins Zimmer einschliessen, können wir Bewohner mit einer dementiellen Erkrankung nicht.»
Neuste Empfehlungen für Alters- und Pflegeheimen
Die kantonale Gesundheitsdirektion empfiehlt den Alters- und Pflegeheimen, bei einem bestätigten COVID-19-Fall auf der betroffenen Abteilung oder Station die gesamte Einheit (Bewohner und Personal), auf der sich der Patient bewegt hat, zu testen. Damit sollen auch Bewohner ohne Symptome identifiziert werden. In der Folge seien die positiv Getesteten zu isolieren und von den negativ Getesteten strikt zu trennen.
