Die Zürcher Gemeinden erhalten vom Kanton 15 Millionen Franken, damit sie Selbstständige in der Corona-Krise mit Soforthilfe unterstützen können. Verteilt wird der Betrag im Verhältnis zur Einwohnerzahl, für Dübendorf ergibt das demnach knapp 300‘000 Franken, also rund zehn Franken pro Person. «Wir sind uns bewusst, dass dies kaum reichen wird», sagt Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU). Der Stadtrat habe deshalb beschlossen, den kantonalen Betrag – wie vom Kanton erwünscht – zu verdoppeln.
Berücksichtigen wolle man vor allem diejenigen, die von den Zahlungen des Bundes oder des Kantons nicht oder unzureichend profitierten, sagt Bäumle, «also etwa Taxifahrer oder Physiotherapeuten». Diese dürfen ihren Beruf zwar nach wie vor ausüben, haben allerdings kaum mehr Kunden und fallen deshalb durch die Maschen. Es gebe aber auch andere Branchen, bei denen das Bundesgeld offenbar nicht ankomme. Wer letztlich für die Hilfe durch die Stadt infrage komme, werde sich jetzt zeigen.
Nicht alle müssen zurückzahlen
Damit nur die wirklich Betroffenen Unterstützung bekommen, setzt der Stadtrat analog zum Bund auf Darlehen. «So stellen wir sicher, dass die Leute nicht einfach Geld abholen kommen, obwohl sie es gar nicht benötigen.» Gleichz eit sei sich der Stadtrat bewusst, dass ein Darlehen nicht in jeder Notsituation die richtige Massnahme darstelle. Deshalb werde man «in Ausnahmefällen» auch einen Teil der Hilfe à fonds perdu ausrichten, also ohne Rückerstattung.
«Wir kennen die Dauer der Krise nicht und müssen jetzt von Tag zu Tag schauen, was reinkommt.»
Martin Bäumle (GLP/GEU), Finanzvorstand Dübendorf

