Militär verkauft Wohnhaus in Schmidrüti
Die Luftwaffenstellung in Schmidrüti hat das Schweizer Militär bereits 1999 aufgegeben. Trotzdem hat das Verteidigungsdepartement lange an der einstigen Infrastruktur festgehalten.
Zu dieser zählt auch ein unscheinbares Wohnhaus, das sich nur unweit von der einstigen Bloodhound-Raketen-Stellung an der Kalchegstrasse befindet und noch heute im Besitz des Verteidigungsdepartements ist.
Haus bewohnten Soldaten der Fliegerabwehr
Nun möchte Armasuisse das Mehrfamilienhaus verkaufen. Dies geht aus einem Inserat hervor, das letzte Woche im «Tössthaler» publiziert wurde. Armasuisse ist unter anderem für die Instandhaltung und Liquidation von Material und Bauten der Schweizer Armee zuständig. Zu Zeiten des Kalten Kriegs waren Angehörige der Fliegerabwehr in dem Haus beherbergt.
«Das Gebäude wird seit längerer Zeit nicht mehr militärisch benötigt.»
Kaj-Gunnart Sievert, Leiter Kommunikation Bundesamt für Rüstung
«Das Gebäude wird seit längerer Zeit nicht mehr militärisch benötigt und befindet sich im sogenannten Dispositionsbestand», sagt Kaj-Gunnart Sievert. Er ist Leiter Kommunikation des Bundesamts für Rüstung. Da man auch bundesintern keine Verwendung für das Gebäude gefunden habe, hat Armasuisse Immobilien im Rahmen einer Portfoliobereinigung entschieden, das vermietete Wohnhaus zu veräussern.
Angebote können bis Ende Mai gemacht werden
Das Haus besteht aus zwei Vierzimmerwohungen und zwei Zimmern mit Dusche und WC im Dachgeschoss. Der Richtpreis beträgt 570’000 Franken. Die Gemeinde und der Kanton erhalten die Möglichkeit, das Gebäude zum eingereichten Höchstpreis zu kaufen, schrieb der «Landbote» kürzlich.
Falls dies nicht geschehe, entscheidet Armasuisse über den Verkauf der Immobilie an den Meistbietenden. Möglich sei auch die Durchführung von Nachgebotsrunden oder gar der Verbleib im Immobilienportfolio von Armasuisse. Interessierte können bis am 29. Mai ihr Angebot bei der Immobilienabteilung von Armasuisse einreichen.
Radaranlage soll 2021 bereitstehen
Neben dem geplanten Verkauf des Gebäudes tut sich auch sonst was in Schmidrüti. Gegenwärtig wird gerade die 20 Meter hohe Radaranlage auf dem Gelände gebaut, wo einst die Bloodhound-Raketenabschuss-Stellung stand.
Zur Erinnerung: Künftig soll von Schmidrüti aus der Luftraum in der Nordostschweiz überwacht werden. Letzten Herbst begann Armasuisse mit dem Rückbau von vier Gebäuden der einstigen Luftwaffenstellung, darunter ein Unterkunfts-, ein Betriebsgebäude sowie ein Wasserreservoir.
Zum aktuellen Stand der Dinge sagt Sievert: «Die Bauarbeiten seitens Armasuisse Immobilien sind auf Kurs.» Zu Beginn des letzten Monats habe man mit den Aushubarbeiten begonnen. Bis im Mai sollen die Betonfundamente fertig sein. Die Inbetriebnahme der Anlage ist im Verlauf des nächsten Jahres vorgesehen.
Bau hatte sich verzögert
Der Bau der Anlage verzögerte sich mehrfach. Als das Plangenehmigungsverfahren für die Radaranlage im Februar 2018 gestartet war, sprach das VBS davon, dass die Anlage bis Ende 2019 betriebsbereit sei. Ein Jahr später hiess es: Der Standort Schmidrüti müsse noch einmal vertieft überprüft werden, ohne konkrete Angaben zu machen.
Der Grund dafür war, dass mehrere Parteien Kritikpunkte an dem Vorhaben des VBS geäussert hatten. Darunter auch die Gemeinde Turbenthal, das Bundesamt für Umwelt, das Bundesamt für Raumentwicklung sowie auch der Kanton Zürich.
Letztere Partei forderte unter anderem, dass die Auswirkungen auf die Fledermauspopulation genauer untersucht werde, da diese in der Umgebung des Standorts sehr hoch sei. Der Antrag wurde vom VBS alllerdings abgelehnt.