Schilf, Rietwiesen, kleine Moortümpel und Wälder: Der Blick auf das Ambitzgi- und Oberhöflerriet zwischen Wetzikon, Gossau und Hinwil mutet idyllisch an. Wäre da nicht die Hochspannungsleitung, die mitten durch das Moorschutzgebiet führt.
Ausgerechnet der Bau der Oberlandautobahn könnte nun dazu führen, dass diese Leitungen verschwinden. Bereits vor drei Jahren hatten die beiden Gossauer SVP-Kantonsräte Elisabeth Pflugshaupt und Daniel Wäfler in einem Postulat vom Regierungsrat wissen wollen, ob mit dem Bau von sogenannt multifunktionalen Nationalstrassen nicht die Landschaft entlastet werden könnte. Infrastrukturanlagen für den Verkehr und die Energieversorgung sollten gebündelt werden. «Da wir immer mehr Platz brauchen, macht es Sinn, möglichst viele Infrastrukturen unter Boden zu bringen und so mehr Platz für die Zukunft zu haben», hält Wäfler auf Nachfrage fest.
Technisch machbar
Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) machte bei der Präsentation der neusten Pläne für die Oberlandautobahn Mitte Dezember 2019 klar, dass «erste Anhaltspunkte für eine Erdverkabelung der parallel verlaufenden Strom-Übertragungsleitung in den Tunneln der neuen Strassen» festgehalten worden seien. Und in der darauf verabschiedeten Antwort auf das Postulat schiebt der Regierungsrat nach, dass eine solche Integration von Übertragungsleitungen in ein Nationalstrassentrassee zwischen Uster Ost und dem Betzholz grundsätzlich infrage komme.
Arnd König vom kantonalen Amt für Verkehr, der das Autobahnprojekt geleitet hat, betont, dass die Machbarkeit bei der Variante «Tunnel tief» (siehe Box) aus heutiger Sicht «grundsätzlich möglich» sei. Platz in der Grösse von je einem Viertel Fussballfeld braucht es jeweils für sogenannte Einleitungsbauwerke an den Tunnelportalen. Ein solches liesse sich beim Kreisel Betzholz erstellen. Und eine Kabelführung im langen Tunnel sei technisch möglich, hält König fest.

