Die desaströsen Verhältnisse in den Flüchtlingscamps an der griechisch-türkischen Grenze beschäftigt auch die Dübendorfer Lokalpolitik. «Grundlegende menschliche Bedürfnisse werden nicht gedeckt, und es werden sowohl Menschenrechte als auch humanitäre Standards verletzt.» Das schreibt David Siems, der Präsident der Dübendorfer Grünen, in einem offenen Brief an Stadtpräsident André Ingold (SVP).
Siems fordert darin den Stadtrat auf, «zu eruieren und zu kommunizieren, wie viele Geflüchtete die Stadt Dübendorf per sofort aufnehmen und bis zu einem endgültigen Asylentscheid auf Stadtgebiet unterbringen und menschenwürdig betreuen könnte».
Im selben Zuge soll der Stadtrat dem Bund und dem Kanton zu signalisieren, dass die Stadt Dübendorf bereit ist, so viele Geflüchtete aufzunehmen, wie menschenwürdig unterzubringen sie finanziell, räumlich und logistisch in der Lage sei.
Eine neue Dimension
Es sei ihm bewusst, dass es gemäss den geltenden Rechtsgrundlagen der Stadt nicht möglich sei, Menschen auf der Flucht direkt aufzunehmen. Und sei ihm klar, dass die Ressourcen der Stadt durch die Corona-Krise stark belastet würden. Doch angesichts der neusten Entwicklung in Sachen Coronavirus erhalte die Lage in Griechenland eine neue Dimension.

