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Politik

Und WC-Papier gibt es immer noch keins

Hygieneprodukte werden rationiert, Spitäler und Verwaltungen schotten sich ab, dafür gibt es endlich genug Parkplätze: Im Oberland regiert der Corona-Notstand.

«Stockender Kolonnenverkehr vor dem Brüttiseller Kreuz.» Nur stockend? Kein Stau? Schon die erste Radiomeldung am Morgen deutet darauf hin, dass dies kein Tag wird wie jeder andere. Seit wenigen Stunden gilt der vom Bundesrat verordnete Lockdown, und auf den Strassen gibt es so wenig Verkehr wie an einem Sonntagmorgen.

Vor dem Eingang zum Dübendorfer Stadthaus hat der Zivilschutz ein Zelt aufgestellt. Hier kommt niemand mehr rein, der nicht unbedingt muss. Die Anliegen würden nach ihrer Dringlichkeit triagiert, heisst es auf dem Infoblatt. Die Bevölkerung wird aufgefordert, wenn immer möglich telefonisch oder per Mail Kontakt aufzunehmen. Die Schalter sind nur noch von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Der Papierspender bei einer Tankstelle an der Überlandstrasse ist aufgebrochen, die riesige Papierrolle weg. Ein Fall von Beschaffungskriminalität, weil überall das WC-Papier ausverkauft ist?

«Das alles geht wieder vorbei. Die Frage ist nur, wann.»

Arzt am Spital Wetzikon

Um 7.30 Uhr ist die Pendlerdichte am Bahnhof Dübendorf deutlich geringer als sonst zu dieser Zeit. Die einzelnen Personen auf dem Perron scheinen sich gegenseitig abzustossen, wer hustet, hat noch mehr Platz. Auf den Handybildschirmen: Corona, Corona, Hände waschen, Abstand halten. Ein frommer Wunsch, sobald der Zug eingefahren ist. Zwar sind merklich weniger Passagiere unterwegs, dennoch gibt es in einigen Abteilen kaum einen freien Sitzplatz.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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