Ein Restaurant ist für die Migros nicht rentabel
Es kann getrost von einem Meilenstein gesprochen werden: Während die Umbauarbeiten im ältesten Einkaufszentrum der Gemeinde immer noch auf Hochtouren laufen, konnte vergangene Woche die Migros ihre renovierte Filiale im «Zänti» eröffnen. Nach einem rund einjährigen Umbau und einer etwa gleich langen Verzögerung.
Denn eigentlich war geplant, dass das «Zänti» bereits im vergangenen Mai in neuem Glanz erstrahlen sollte. Doch dann hielt ausgerechnet der Ankermieter selbst das Projekt auf. Die Migros entschied sich nämlich kurzerhand, dass sie nicht vom Erd- ins Obergeschoss ziehen, sondern ihre Filiale im Parterre auf der ehemaligen Ladenfläche von Dosenbach und C&A erweitern will. Das Projekt zog sich in der Folge um Monate hin. Die Gesamtumbauarbeiten sollen nun Ende Jahres, mit rund eineinhalb Jahren Verspätung abgeschlossen werden.
Restaurant rentierte nicht
Am vergangenen Donnerstag konnte die neue Migros-Filiale nun erstmals ihre Tore öffnen. Dementsprechend gross sei das Kundenaufkommen gewesen, schreibt Annabel Ott, Mediensprecherin der Migros Genossenschaft Zürich. «Wir hatten einen erfreulichen Start mit grossem Andrang.» Genaue Zahlen will das Unternehmen jedoch nicht kommunizieren.
«Das Restaurant konnte in Volketswil nicht rentabel betrieben werden.»
Annabel Ott, Mediensprecherin der Migros Genossenschaft Zürich
Ein Augenschein vor Ort zeigt aber: Die Ladenfläche der Migros-Filiale ist nun zwar grösser und moderner als zuvor, doch fehlt ein zentraler Treffpunkt in Form eines Restaurants. Denn vor allem Migros-Restaurants sind im Vergleich zu anderen Gastronomiestätten günstig. Das macht sie zu einem beliebten Treffpunkt für Senioren und Familien. Zuletzt gab es in Uster einen grösseren Aufstand gegen die Schliessung des Migros-Restaurants an der Winterthurstrasse. Die Migros argumentierte jedoch mit wirtschaftlichen Gründen für die Schliessung. So habe das Restaurant nicht mehr rentiert.
Migros-Restaurant in Uster schliesst
31.01.2020

Treffpunkt geht verloren
Weil sich das Migros-Restaurant an der Winterthurerstrasse nicht mehr rentiert, sucht die Migros Beitrag in Merkliste speichern Auch in der Filiale im «Zänti» hat es nun lediglich ein kleines Bistro mit einer Take-Away-Theke. Ein Restaurant gibt es hingegen nicht mehr. Die Migros hat sich, gleich wie in Uster, aus finanziellen Gründen dagegen entschieden. «Das Restaurant konnte in Volketswil nicht rentabel betrieben werden», schreibt Ott.
Aus diesem Grund habe man mit dem Bistro ein neues Format entworfen, das in den Supermarkt «integriert» sei. «Es verfügt über ein saisonal wechselndes Sortiment und ist auf die Zukunft ausgerichtet.» Für die Kunden stehe dadurch immer noch ein Treffpunkt zur Verfügung, schreibt Ott weiter. «Das Bistro verfügt über 45 Sitzplätze und bald auch über eine Terrasse, die sich für die Kunden als Treffpunkt gut eignet.»
Weitere Mieter gesucht
Im Zänti gibt es mit der Migros, dem «Bistro Al Baguette» und der «Zänti Lounge» zwar drei Bistro-Angebote aber kein Restaurant. Diesen Umstand hat auch die Gebäudebesitzerin Epic Suisse bemerkt. «Die Erweiterung des Gastronomieangebots erscheint uns durchaus prüfenswert», sagt Projektleiter Philipp Küchler.
Konkrete Pläne für die noch freien Mietflächen gebe es aber noch keine. Küchler kann sich als Ergänzung zum bestehenden Mietermix neben einem Ausbau der Gastronomie aber auch einen Textil- oder Schuhbetrieb vorstellen. «Die Erweiterung im Gesundheits- sowie im Beautybereich, beispielsweise ein Coiffeur, sehen wir als zusätzliche Option.»
«Etwas Gewagtes probieren»
Die Migros dagegen kann das Bedürfnis nach einem Restaurant teilweise verstehen. «Wir waren uns bewusst, dass wir etwas Gewagtes und Neues ausprobieren», sagt Annabel Ott.
Negative Rückmeldungen habe es aus Volketswil bisher aber noch keine gegeben. Gemäss Ott ist eher das Gegenteil der Fall. «Die zahlreichen positiven Feedbacks bei der Filialen-Eröffnung haben unsere Bistro-Idee bestätigt.»