Die Ustermer Familie muss jetzt auf Solidarität hoffen
Beim Brand des alten Bauernhauses im Gebiet Koppach gab es glücklicherweise keine Toten oder Verletzten. Doch der finanzielle Schaden für die Ustermer Familie dürfte beträchtlich sein. Die Familie hat keine Hausratversicherung abgeschlossen und ist somit auch nicht gegen Feuer versichert. Von Gesetzes wegen muss sie das auch nicht. Im Interview sagt AXA-Mediensprecherin Mirjam Eberhard, wieso sie die freiwillige Versicherung dennoch empfiehlt.
Mirjam Eberhard, gibt es noch eine andere Möglichkeit als Mieter seinen Haushalt gegen Feuer zu schützen als eine Hausratversicherung?
Mirjam Eberhard: Nein, Brandschäden am Hausrat sind nur über die Hausratversicherung gedeckt. Die Hausratversicherung versichert den gesamten Hausrat zum Neuwert gegen Schäden durch Feuer, Wasser, Einbruch, Diebstahl sowie Elementarschäden wie Sturm und Hochwasser. Bei einem Eigenheim ist zudem eine Gebäudesachversicherung essentiell, welche die Schäden am Gebäude deckt. In den meisten Kantonen der Schweiz ist die Versicherung des Gebäudes gegen Feuer- und Elementarschäden obligatorisch. Die Hausratversicherung hingegen ist in den meisten Kantonen – auch im Kanton Zürich – freiwillig.
Wie hoch ist bei der AXA die Quote der Versicherten, die keine Hausratsversicherung abgeschlossen haben?
Diese Daten liegen uns nicht vor, da wir nicht wissen, ob Personen, die bei uns eine andere Versicherung haben, vielleicht bei einer anderen Gesellschaft eine Hausratversicherung abgeschlossen haben.
Wenden sich häufig Brandopfer ans Unternehmen, die keine Hausratversicherung abgeschlossen haben?
Wir haben keine detaillierten Angaben dazu, dies kommt aber eher selten vor. Ohne Hausratversicherung riskieren Opfer von Bränden, für die Wiederbeschaffung Ihres Hausrats auf eigene Kosten aufkommen zu müssen. Oder sie sind auf die Solidarität anderer, wie der Familie, der Gemeinde, oder der Sozialhilfe angewiesen.
Gibt es eine Faustregel, wie hoch Mieter oder Hausbesitzer ihr Mobiliar versichern sollen?
Es gibt keine allgemein gültige Faustregel. Bei der Angabe der Anzahl Personen und Zimmer, der Gebäudeart, des Wohnorts und Art des Hausrates (einfach, normal, gehoben) können die meisten Gesellschaften einen Summenvorschlag machen. Wichtig ist, die Versicherungssumme anhand des Neuwertes des gesamten Mobiliars festzulegen und immer wieder zu überprüfen und anzupassen. Häufig macht hier eine Beratung mit einer detaillierten Ermittlung der Versicherungssumme Sinn. Denn wenn diese zu tief angesetzt ist, übernimmt die Hausratversicherung bei Schäden die Kosten nicht vollständig.
Was kostet eine durchschnittlich Hausratversicherung?
Das hängt unter anderem vom Wohnort, von der Grösse des Haushaltes, der Anzahl der darin lebenden Personen, dem Wert des Hausrates und den gewünschten Deckungen ab. Die Durchschnittsprämie in unserem Bestand bewegt sich um die 300 Franken jährlich.
Haben Sie Angaben, welche Haushaltsgegenstände bei Bränden zu den wertvollsten gehören?
Auf die Schnelle haben wir hierzu keine Informationen, dies wird nicht systematisch erhoben.
(Das Interview mit Mirjam Eberhard wurde schriftlich geführt.)
