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Musiker setzen sich für Ustermer Radiosender ein

Ende März muss der Internetsender Radio 15 raus aus seinem Kellerstudio, und ein bezahlbarer neuer Standort in Uster ist nicht in Sicht. Nachdem ein Crowdfunding nicht den erwünschten Erfolg brachte, wollen nun Musiker den Sender retten.

In fünf Jahren hat sich in Mathias Betscharts Studio ganz schön was angesammelt.

Archivfoto: Seraina Boner

Musiker setzen sich für Ustermer Radiosender ein

Noch sechs Wochen, dann steht Mathias «Betschi» Betschart mit seinem Radiostudio auf der Strasse. Seit rund fünf Jahren betreibt der Ustermer in einem Hobbyraum in seinem Wohnhaus den Internetsender Radio 15, nun muss er raus, weil der Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat.

«Ich suche schon lange nach einem neuen Ort für das Studio», sagt Betschart, der gerne expandieren würde. Ihm schwebt eine Kombination zwischen Radiostudio und Verkaufsladen vor, in dem Musiker und Bands ihre Merchandising-Artikel vertreiben können. Doch der Versuch, hierfür mittels Crowdfunding Geld zu sammeln, missglückte: Anstelle der anvisierten 10‘000 Franken kamen lediglich 4500 Franken zusammen.

«Man kann jetzt natürlich sagen, das Ziel sei zu hoch angesetzt gewesen», sagt Betschart. «Doch mit der Hälfte des Betrags hätte ich das Studio nicht einmal ein Jahr finanzieren können. Und um sich zu etablieren, braucht es schon ein bisschen mehr Zeit.»

Dank für Unterstützung

Nun bekommen der Radiomacher und sein Team Hilfe – in Form eines Benefiz-Konzerts. Organisiert wird der Anlass, der am 29. Februar im Musikcontainer Uster über die Bühne geht, unter anderem von der Musikerin Sarina Oesch alias Sary. «Betschi unterstützt seit Jahren junge und unbekannte Musiker, da ist es nur richtig, dass man ihm jetzt auch unter die Arme greift», sagt die Melserin, die auch schon im Kellerstudio von Radio 15 zu Gast war.

«Am mühsamsten ist aber die Suche nach Sponsoren. »

Sarina Oesch alias Sary, Musikerin und Veranstalterin

Für das Konzert hat Sarina Oesch ein halbes Dutzend Bands und Musiker zusammengetrommelt – eine wilde Mischung aus Dance Pop, Heavy Metal, Acoustic Rock, Hiphop und ruhigeren Klängen. Die Künstler sind allesamt auf der Playlist von Radio 15 zu finden und repräsentieren für Oesch die breite stilistische Ausrichtung des Senders. Dass der fehlende musikalische Fokus die Leute davon abhalten könnte, in den Musikcontainer zu kommen, glaubt sie nicht. «Ich bin zuversichtlich, dass wir viel Publikum haben werden.»

Bands buchen, Konzertlokal suchen, Gastronomie organisieren, Bewilligungen einholen: Für Sarina Oesch war es das erste Mal, dass sie sich als Veranstalterin betätigt. «Es war schwieriger, als ich gedacht habe», sagt sie. «Am mühsamsten ist aber die Suche nach Sponsoren. Man bekommt vor allem Absagen, weil die Firmen angeblich schon alle Gelder verplant haben.»

«Radio gehört nach Uster»

Senderchef Betschart ist nicht in die Organisation des Benefiz-Konzerts involviert. «Die Idee ist absolut der Hammer», freut er sich über die Wertschätzung und hofft, dass genügend Geld zusammen kommt. Doch wieso zieht er nicht einfach in einen anderen Hobbyraum? Er habe eben keinen gefunden, sagt er. «Ich brauche eine gewisse Infrastruktur wie Parkplätze und eine Toilette für meine Gäste, und das zu finden ist schwer.» Zumindest in Uster. In Wald oder Hombrechtikon könnte er kurzfristig in eine geeignete Lokalität ziehen. «Doch das mache ich nur im grössten Notfall, denn Radio 15 gehört einfach nach Uster.»

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