Politik

Kantonsschüler präsentieren Zukunfts-Visionen

Die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule machten sich in einer Projektwoche Gedanken zum Thema «Zukunft». Ihre Konzepte stellten sie am Ende der Woche einer Jury aus Jungpolitikern vor.

Die Schüler der Kantonsschule Uster befassten sich während einer Projektwoche mit der Zukunft., Genauer gesagt fand die Politik im Rahmen des Themas «Schweiz 2050» statt., Die Präsentation der Arbeiten fand am Freitagmorgen statt., An Stellwänden hingen die Plakate mit den Zukunftsvisionen der Kantonsschüler., An Stellwänden hingen die Plakate mit den Zukunftsvisionen der Kantonsschüler., Die Themen drehten sich um die drei Bereiche «Gesellschaft», «Wirtschaft» und «Politik».

Foto: Christian Merz

Kantonsschüler präsentieren Zukunfts-Visionen

In den grünen Containern der Kantonsschule Uster herrscht reger Betrieb. Plakate hängen an den Wänden und an Stellwänden, Laptops mit kurzen Filmen und Modelle aus Karton stehen zur Besichtigung bereit. Die Schülerinnen und Schüler stehen in Gruppen bei den von ihnen erarbeiteten Projekten, die im Rahmen einer Politikwoche zum Thema «Schweiz 2050» entstanden sind. In den drei Bereichen «Gesellschaft», «Wirtschaft» und «Politik» sind Poster zu unterschiedlichen Themen wie der Musik der Zukunft, Gentechnik oder Ressourcenknappheit zu sehen.

Die Politikwoche gibt es seit 2016. Nachdem der Schwerpunkt bei den ersten beiden Durchführungen beim Thema «Asyl» lag, haben sich die Maturandinnen und Maturanden seit 2018 während einer Woche jeweils mit dem Thema «Zukunft» auseinandergesetzt.

Dieses Jahr wurden der Sozialpsychologe Jakub Samochowiec, der Ökonom Christian Müller sowie die Politikwissenschaftlerin Sarah Engler für Input-Referate eingeladen. Diese Referate sollten den Jugendlichen zusammen mit Exkursionen und einer Podiumsdiskussion mit Nationalrätin Marionna Schlatter (Grüne), Nationalrat Philipp Kutter (CVP) und den beiden Kantonsrätinnen Beatrix Frey-Eigenmann (FDP) und Nina Fehr-Düsel (SVP) als Gedankenanstoss für die Zukunfts-Visionen dienen.

«Uster 2050»

Eine Fünfer-Gruppe hat sich vom Thema Ustermer Stadtplanung und einer Exkursion zur Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) in Dübendorf inspirieren lassen: Sie präsentieren ihre Vision, wie Uster im Jahr 2050 aussehen könnte.

Zilan Yaman, Shagana Vasanthakumar, Karel Szekody, Baldin Rohde und Riccardo Fazzone sitzen hinter ihrem selbst-gebastelten Recycling-Automaten, bei dem man für jeden recycelten Gegenstand fünf Rappen auf seinen Swiss-Pass der SBB kriegt. «Ähnliche Automaten gibt es bereits in Rom», erklärt die Gruppe. Zudem haben sie im Uster der Zukunft autofreie Zonen markiert – und hoffen Dank Umsetzung der Oberlandautobahn auf weniger Verkehr in der Stadt. «Wir wollten eine Idee, die realistisch ist», sagt Fazzone.

Doch für die jungen Erwachsenen geht es um mehr als nur Basteln. Eine Jury aus Jungpolitikerinnen und Jungpolitikern entscheidet am Ende, welches Projekt aus jeder der drei Kategorien gewinnen wird. Als Gewinn winken Kino-Gutscheine.

Mandarin statt Französisch

Bei einem Plakat mit der Überschrift «Face Reality» sind etwa Camille Lothe (Junge SVP Kanton Zürich) und Elias Schneider (Jungfreisinnige Kanton Zürich) stehen geblieben. Neben dem Plakat hängen Zettel, auf denen «Stunden beginnen zu früh», «Zu viel Stoff in zu viel Zeit» und «Zu hoher Leistungsdruck» stehen.

Denn die Gruppe mit Raya Heusser, Sabrina Fernandez, Leonie Bühler und Simge Alabalik hat sich überlegt, wie das Gymnasium der Zukunft aussehen sollte. Zu Beginn scheinen Schneider und Lothe überzeugt – doch als Heusser erklärt, dass die zweite Fremdsprache frei wählbar sein sollte – etwa Mandarin statt Französisch – zeigen sich die beiden Politiker empört. «Ich finde schon wichtig, dass wir uns mit den Welschen unterhalten können», sagt Schneider.

Ein intelligenter Kühlschrank

Am Ende des Morgens zieht sich die Jury, in der unter anderem der Dübendorfer Gemeinderat Julian Croci (Junge Grüne Zürich) und der Greifenseer Furkan Oguz (Junge Grünliberale Zürich) vertreten sind, zur Beratung zurück. Bei der von Mitte-Rechts Parteien dominierten Jury haben Projektarbeiten wie «Die Schweiz als öko-sozialistischer Staat» keine Chance. «Bei der Diskussion ist es kurz zum politischen Grabenkampf gekommen», verrät Patrick Burger, Geschichtslehrer der KSU vor der Prämierung.

Kurz vor Mittag ist es so weit. Im Bereich «Wirtschaft» hat ein mit künstlicher Intelligenz ausgestatteter Kühlschrank überzeugt und in der Kategorie «Gesellschaft» gewinnt das Projekt «Togetherity» über generationenübergreifendes Wohnen. «Im Bereich «Politik» waren die Projekte über eine neue Einteilung der Kantone und den «Tag der Begegnungen» die Favoriten», sagt Schneider. Letzteres gewinnt den Preis. Es befasst sich mit wöchentlichen Treffen verschiedener Generationen. «Setzt so ein Projekt um», finden die Politiker. (Noemi Ehrat)

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