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Hartnäckige Kritik an Greifenseer Altersheimplänen

Die Stiftung Zentrum «Im Hof» informierte zum wiederholten Mal über ihre Ausbaupläne. Interessierte Greifenseer stellten Fragen und äusserten vehement Kritik.

Laut einer Umfrage der Gemeine Greifensee wollen viele Einwohner auf ein Pflegeangebot im Dorf zugreifen können. , So sehen die Erweiterungspläne der Stiftung «Zentrum im Hof» aus., Aus vier Projekten ging dieses als Sieger hervor.

Visualisierung: PD

Hartnäckige Kritik an Greifenseer Altersheimplänen

Mangelnde Kommunikation kann man den Verantwortlichen der Stiftung Zentrum «Im Hof» wahrlich nicht vorwerfen. Am Donnerstagabend fand nämlich bereits die dritte Infoveranstaltung zur Erweiterung des Pflegezentrums statt. Und zum wiederholten Mal feuerten einige Greifenseer gegen die 15,5-Millionen Franken teuren Ausbaupläne (siehe Box).

Für das Anliegen, über deren Grundstein die Greifenseer am 4. März abstimmen, standen Stiftungsratspräsidentin Heidi Kropf, Betriebsleiterin Christine Egli, Raumplaner Roland Iten sowie Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) und Gemeinderätin Franziska Graf-Schläppi (Aktion G) ein. Die beiden Behördenvertreter sind zudem Mitglieder des Stiftungsrates.

 

Pläne der Stiftung und Gemeindeversammlung

Beim Pflegezentrum «Zentrum im Hof» sind neben den bereits bestehenden Gebäuden ein zweigeschossiger und ein sechsgeschossiger Gebäudeteil geplant. Darin soll Platz für 12 zusätzliche Pflegebetten und 18 Alterswohnungen sowie Räume für die Spitex geschaffen werden.
Die Stimmberechtigen entscheiden an der Gemeindeversammlung am 4. März, ob sie der privatrechtlichen gemeinnützigen Stiftung das benötigte Land im Baurecht abgeben und das Projekt finanziell unterstützen wollen. Diese Unterstützung beinhaltet ein verzinstes Darlehen von voraussichtlich 5 Millionen Franken. Bei einem Ja würde zudem das angrenzende Wohnhaus mit Scheune unentgeltlich übertragen und das bereits bestehende Baurecht verlängert werden.

 

Emotionen schürte vor allem die Ästhetik des Baus, dessen Modell beim Anlass im Landenberghaus ausgestellt war. Als Stiftungsratspräsidentin Heidi Kropf vor etwa 70 Anwesenden sagte: «Die Frage, ob mir das Gebäude gefällt, sollte auf Rücksicht zur Funktionalität nicht ausschlaggebend sein», ging ein Raunen durchs Publikum.

Kritik am Baukörper

Ein Greifenseer meldete sich in der Diskussionsrunde zu Wort. «Ich kann nicht nachvollziehen, dass ein sechsstöckiger Betonklotz mit Flachdach an einem solch schönen Platz zu liegen kommt. Das tut weh.» Für einen anderen Herrn war die Erweiterung des Altersheim zwar «legitim», doch dem Ortsbild könnten diese Pläne nicht untergeordnet werden. «In dem Projekt sehe ich keine Sorgfalt, nur Rücksichtslosigkeit.»

Gemeindepräsidentin Keller machte aber klar: «Über das Design des Gebäudes können wir nicht abstimmen, Bauherrin ist die Stiftung.» 

Abseits des ästhetischen Befindens einiger Greifenseer, gab es viele praktische Fragen. Beispielsweise wieso keine Balkone gebaut werden, wie gross und wie teuer die Zimmer sein werden und ob ein durchgehender Gang fürs Pflegepersonal geplant sei.

«Wieso werden frei Pflegeplätze in anderen Gemeinden nicht sinnvoll genutzt?»

Besucher Informationsveranstaltung

Stiftungsratspräsidentin Heidi Kropf und Betriebsleiterin Christine Egli konnten detailliert Auskunft geben. So müssten Bewohner mit Kosten von 165 Franken pro Tag für ein etwa 20 Quadratmeter grosses Pflegezimmer rechnen. Fürs Personal soll ein durchgehender Gang gebaut werden und für die immer wieder geforderten Balkone, sollen geschosshohe Fenster eine Alternative bilden.  

Pflege in anderen Gemeinden?

Kropf wies darauf hin, dass bei einem Nein des Souveräns an der Gemeindeversammlung der steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätze und -angebote nur über Verträge mit umliegenden Gemeinden bewältigt werden könnte. Für eine solche Leistungsvereinbarung sprachen sich an dem Abend gleich zwei Herren aus. Mit Verweis auf die kürzlich geschlossene Abteilung im Altersheim Dietenrain mangels Pflegebedürftiger fragte einer: «Wieso werden freie Pflegeplätze in anderen Gemeinden nicht sinnvoll genutzt?»

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Die Stadt Uster schliesst vorübergehend eine Abteilung im Pflegezentrum Dietenrain, weil zu viele Beitrag in Merkliste speichern Monika Keller erinnerte an die Umfrage, die die Gemeinde vor Jahren durchführen liess: «Daraus ging klar hervor, dass die Leute im Dorf bleiben wollen, wenn sie im Alter pflegebedürftig werden.» Sollte das Volk die Meinung mittlerweile geändert haben, so könnten auch Verträge mit umliegenden Gemeinden beschlossen werden, sagte Keller. Denn: «Die Gemeinde Greifensee muss nur dafür sorgen, dass es irgendwo Pflegeplätze für die Einwohner gibt.»  

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