Migros-Restaurant in Uster schliesst
Migros-Restaurants sind im Vergleich zu anderen Gastronomiestätten sehr günstig. Das macht sie zu einem beliebten Treffpunkt für Senioren und Familien. In Uster gibt es an der Winterthurerstrasse ein solches Migros-Restaurant. Aber nur noch bis im Juli.
Auf einer Immobilienplattform sucht der Detailhandelsriese nach einem Nachmieter für das Restaurant. Auf Nachfrage bestätigt Gabriela Ursprung, Mediensprecherin bei der Migros für den Raum Zürich, dass man für diese Lokalität eine Nachfolgelösung suche. «Nach dem Umbau der Supermarktfläche vor knapp zwei Jahren und dem damit verbundenen Ausbau des gastronomischen Selbstbedienungs-Angebot, ist die Perspektive an diesem Standort nicht mehr gegeben.»
Das Restaurant hat also nicht mehr rentiert. Laut Ursprung auch wegen dem Ausbau des Convenience-Food-Angebots im Migros-Laden. Der Entscheid sei ein lokaler gewesen und nicht Teil einer überregionalen Migros-Strategie, sagt Ursprung weiter.
Wichtiger Ort für Arbeiter und Senioren
Susanna Maurer besucht das Migros-Restaurant häufig. Die 81-jährige Frau wohnt in der Nähe. Sie bedauert die Schliessung des Angebots. «Am Mittag gehen sehr viele Leute zum Essen dorthin, vor allem Arbeiter und Senioren, welche die günstigen Preise und den guten Kaffee schätzen.»
«Man wird im Migros-Restaurant nicht gleich weggeschickt, wenn man nach dem Kaffee noch sitzen bleibt.»
Susanna Maurer, Anwohnerin
Auch als Treffpunkt sei das Migros-Restaurant ein wichtiger Ort. Oftmals beobachtet die Rentnerin kleine Grüppchen Frauen oder Männer, die dort nach dem Einkaufen noch zusammen sässen. «Man wird im Migros-Restaurant nicht gleich weggeschickt, wenn man nach dem Kaffee noch sitzen bleibt. Das ist für Senioren mit viel Zeit sehr angenehm.»
Natürlich könne man auf andere Angebote ausweichen, etwa auf eine Metzgerei oder den Konditor Hausammann im Lichthof gegenüber dem Migros-Restaurant. «Das kostet aber mehr. Für Menschen mit wenig Geld läppert sich das schnell.»
Zwischen den Quartieren
Das Migros-Restaurant befindet sich genau zwischen den Gebieten Kirchuster und Gschwader-Winikon. Toni Ranft, der Vizepräsident des Quartiervereins Gschwader-Winikon trauert dem Migros- Restaurant nicht nach. Er betont aber, dass seine Aussage seiner persönlichen Meinung entspreche und nicht mit dem Verein abgesprochen sei.
Er findet, der Weg ins Einkaufszentrum Illuster, wo es ebenfalls ein Migros-Restaurant gibt, sei zumutbar. Mit den Restaurants Heimat, dem Café Flor und dem neuen Café Tabourettli biete das Quartier zudem genügend Ausweichmöglichkeiten.
«Die Qualität ist nicht gut genug. Die Canapés sind teilweise schon trocken beim Verkauf.»
Silvio Foiera, Präsident Quartierverein Kirchuster
EDU-Gemeinderat Silvio Foiera präsidiert den Quartierverein Kirchuster. Er sagt, er bedaure den Verlust zwar, persönlich sei er aber nicht oft dort gewesen. «Die Qualität ist nicht gut genug. Die Canapés sind teilweise schon trocken beim Verkauf. So etwas geht heute nicht mehr.»
Preise sind entscheidend
Im Sommer wird sich zeigen, ob die Migros für ihr Restaurant einen Nachmieter findet und was dieser aus der Lokalität machen wird. Anwohnerin Susanna Maurer sagt: «Ich hoffe einfach, dass es wieder ein Ort mit günstigen Preisen sein wird.» Doch das sei kaum zu hoffen bei einem Unternehmen, das nicht zu Migros-Preisen wirtschaften könne.