«Jetzt ist die Wiese platt, sauber und öde», sagt die Ustermerin Ruth Stahel. Sie meint die Wiese vor dem Schulhaus Pünt, wo kürzlich noch eine Kornelkirschenhecke stand. Primarschulpräsidentin Patricia Bernet (SP) sagt, dass die Hecke neben dem provisorischen Pavillon stand, der als zusätzlicher Schulraum diente. «Die Kornelkirschen wurden als Pausenabgrenzung gepflanzt», so Bernet. Und als der Pavillon nicht mehr gebraucht und nach Nänikon geschafft wurde, liess die Stadt die Kornelkirschenhecke entfernen.
Ruth Stahel bedauert das: «Kornelkirschen sind wertvolle einheimische Gehölze, die im Februar blühen, wenn die Bienen sonst kaum etwas finden.» Zudem seien die roten Früchte der Pflanze bei einigen Ustermern beliebt. Sie habe auch gesehen, wie Leute die Kirschen in der Hecke pflückten, da man diese essen kann. Das Gehölz werde höchstens vier Meter hoch. «Kein Mensch hätte es gestört, wenn ein paar Tupfer der Pflanze stehen geblieben wären.»
«Selbstverständlich leistet jeder einheimische Baum und Busch einen Beitrag zur Artenvielfalt.»
Philipp Jucker, Leiter Natur, Land- und Forstwirtschaft Uster
Eigentlich gäbe es in den Schulanlagen in Uster viel Platz für die Natur, sagt Stahel. «Einfach Wiesen und Gehölze und etwas Wildwuchs stehen lassen.» Reine Kieslandschaften wie im neuen Krämeracker brauche es dagegen eher nicht. Doch ebendiese Umgebung wurde kürzlich von einem Architektur-Fachmagazin mit dem ersten Preis für seine Landschaftsarchitektur ausgezeichnet. Für Stahel, die selber Landschaftsarchitektin ist, ist allerdings klar: «Die Ustermer Schulanlagen könnten wesentlich naturnäher, mit mehr Blumenrasen und Laubbäumen ausgestattet sein.»
Unterschiedliche Leistungen für Artenvielfalt

