Die Zürcher Grünen suchen eine Nachfolge für Marionna Schlatter
Die Zürcher Grünen sind auf der Suche nach einer neuen Parteipräsidentin. Die 40-jährige Marionna Schlatter aus Hinwil tritt im Frühling zurück. Das, nachdem sie insgesamt neun Jahre lang in diesem Amt aktiv war.
Mit ihrer Partei hat Schlatter während dieser Zeit Historisches geschafft: Im Zürcher Kantonsrat gewannen die Grünen neun Sitze, im Nationalrat konnten sie die Sitze von zwei auf fünf steigern. Erfreulich ging für Schlatter auch das letzte Jahr zu Ende. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wählten die Hinwilerin erst in den Kantonsrat, dann in den Nationalrat.
«Guter Zeitpunkt für Rücktritt»
Dass sie als Parteipräsidentin 2020 zurücktreten werde, hat Schlatter bei den Wahlen letzten Herbst schon angedeutet. Der hohe Arbeitsaufwand sei allerdings nicht der Grund für ihren Rücktritt. «Es ist ein guter Zeitpunkt für meinen Rücktritt», sagt sie. Die Partei solle von neuen Kräften profitieren können.
«Das Amt ist ein gutes Sprungbrett in der Politik.»
Marionna Schlatter, Parteipräsidentin Grüne Kanton Zürich
Eine konkrete Vorstellung, was die Nachfolge betrifft, hat Schlatter nicht. «Das Amt ist eine Chance und ein gutes Sprungbrett in der Politik», sagt sie. «Als Präsidentin wurde mir von der Partei viel Vertrauen entgegengebracht. Zudem konnte ich mein Netzwerk ausbauen und viele Erfahrungen sammlen.»
Am 7. April müssen die Parteimitglieder einen Nachfolger wählen. Wer sich für das Amt zur Verfügung stellen wird, ist bis anhin noch nicht bekannt. Noch gibt es keine Interessenten. «Wir sind personell aber gut aufgestellt», ist die Hinwilerin überzeugt.
Dübendorfer als Nachfolger gehandelt
Über mögliche Kandidaten wird schon spekuliert. Im «Tages-Anzeiger» kursierten etwa die Namen von Benjamin Walder (21) aus Wetzikon, der für Marionna Schlatter in den Kantonsrat nachgerutscht ist, und Julian Croci (24), Co-Präsident der Jungen Grünen, Informatikstudent und Gemeinderat in Dübendorf.
Croci sei diesem Amt gegenüber nicht abgeneigt. So äusserte er sich gegenüber der Tageszeitung positiv dazu: «Ich kann mir vorstellen, dass wir Jungen in einem Co- oder Vize-Präsidium mitmachen.» Das Kriterium Stadt oder Land und Mann oder Frau sei nicht zentral. «Wichtig ist, dass die Parteileitung die Kantonsratsfraktion begleitet, damit diese die ökologische Mehrheit für mehr Klima- und Naturschutz ausnützt, ohne soziale Anliegen zu vernachlässigen.»
Neuer Präsident bei der SVP Kanton Zürich
Auch die SVP Kanton Zürich hat vor kurzem ihr Präsidium neu besetzt. Am Dienstagabend wurde an der Delegiertenversammlung in Pfäffikon der 28-jährige Benjamin Fischer aus Volketswil zum Nachfolger gewählt (wir berichteten).