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Dübendorfer fordern Gratisparkplätze zurück

Ein Komitee will mit einer Volksinitiative erreichen, dass die gebührenpflichtigen Parkplätze bei den Dübendorfer Sport- und Freizeitanlagen wieder gratis sind. Die Unterstützung für das Anliegen sei gross, sagen die Initianten.

Gemäss den Initianten kosten die Gebühren einen Nachwuchstrainer bis zu 200 Franken pro Jahr. Im Bild die Eishalle Im Chreis.

Archiv: Thomas Bacher

Dübendorfer fordern Gratisparkplätze zurück

Anfang April hat der Dübendorfer Stadtrat die Gratisparkplätze bei den Dübendorfer Sport- und Freizeitanlagen und dem Alters- und Spitexzentrum abgeschafft. Mit der Gebührenpflicht will die Stadtregierung Fremdparkierer fernhalten und die Kosten für den Unterhalt begleichen. Doch die Kritik gegen die Massnahme war von Beginn weg gross. Nun hat ein überparteiliches Komitee eine Volksinitiative lanciert.

Erstunterzeichner der Initiative ist Bruno Moor, 72 Jahre alt, ehemals Inhaber eines Elektroingenieur-Büros, langjähriges Mitglied und Unterstützer des Eishockeyklubs Dübendorf (EHCD). Für ihn ist die Gebührenpflicht «eine Abzocke». Der Stadtrat behaupte immer, er unterstütze die Vereine. Gleichzeitig mache die Stadt den Vereinen das Leben schwer. «Das ist scheinheilig.»

Bis 200 Franken pro Jahr

«Die Trainer und freiwilligen Helfer leisten einen enormen Einsatz für die Jugend und den Sport, und jetzt müssen sie dafür auch noch bezahlen», sagt Moor. Die Parkgebühren läpperten sich über das Jahr: Für einen Juniorentrainer des EHCD kämen so schnell 150 bis 200 Franken zusammen. «So finden die Vereine keine Freiwilligen mehr.»

Perfid sei, dass die Parkplätze bei den betroffenen Anlagen nicht nur bis 20 Uhr gebührenpflichtig sind, wie das auf dem übrigen Stadtgebiet der Fall ist. «Nein, man muss bis 22 Uhr bezahlen», sagt Moor. «Das geht auch für die Spieler ins Geld, wenn sie ihr Auto bei den Sportanlagen abstellen und mit dem Mannschaftsbus zum Match fahren.»

Viel Aufwand für nichts?

Ende Jahr hat der Stadtrat angekündigt, den Vereinen entgegen zu kommen. Von den geforderten Gratis-Parkkarten wollte er zwar nichts wissen, Nachwuchstrainer sollten die Kosten für die Parkgebühren aber zurückfordern können. Dies allerdings mit einer Einschränkung: Sie dürfen für ihre Arbeit vom Verein nicht entschädigt werden. 10‘000 Franken sind hierfür im Budget der Stadt eingestellt.

«Es kann doch nicht sein, dass für einen Tagesbesuch im Freibad die Parkgebühr mehr kostet als der Eintritt»

Bruno Moor, Erstunterzeichner der Initiative

Für Moor ist das keine Lösung des Problems: «Hier muss ein grosser administrativer Aufwand betrieben werden, und am Schluss ist es doch nicht klar, ob es tatsächlich Geld zurück gibt.» Denn faktisch erhielten viele Nachwuchstrainer irgendeine Form von Entschädigung und wären damit nicht bezugsberechtigt. «Dabei ist dieser ‹Lohn› in den meisten Fällen sehr gering und fällt kaum ins Gewicht.»

Moor geht es aber nicht nur um die Vereine, auch die Parkuhr beim Freibad gehört für ihn wieder abgeschafft. «Es kann doch nicht sein, dass für einen Tagesbesuch die Parkgebühr mehr kostet als der Eintritt», sagt er. Als besonders stossend empfindet er zudem die Kostenpflicht beim Alters- und Spitexzentrums: «Die Verantwortlichen sollten sich doch darüber freuen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner Besuch erhalten, und dies nicht noch zusätzlich erschweren.»

Bussen waren schon vorher möglich

Dass mit einer Rückkehr zu den Gratisparkplätzen auch die Zahl der Fremdparkierer wieder zunehmen könnte, ist für Moor kein Argument. «Wegen dem Problem hätte es gar keine Gebührenpflicht gebraucht», sagt er. Bei der Kunsteisbahn und der Curlinghalle Im Chreis etwa gebe es seit langem eine Tafel, auf der klar festgehalten sei, dass die Parkplätze ausschliesslich für die Nutzer der Sportanlage reserviert seien. «Die Polizei hätte also schon immer die Möglichkeit gehabt, sogenannte Fremdparkierer zu büssen.»

Damit die Initiative zustande kommt, sind 300 Unterschriften nötig. Moor ist zuversichtlich, dass dies klappt. Am ersten Samstag des Jahres habe man tagsüber im Zentrum und abends am Hockeymatch sehr viel Zuspruch erhalten, «die meisten Leute unterstützen unser Anliegen».

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