Dübendorf soll geschenktes Geld in Klimaprojekte investieren
Nächstes Jahr feiert die Zürcher Kantonalbank ihr 150-jähriges Bestehen und zahlt den Gemeinden deshalb eine Sonderdividende aus – für Dübendorf sind das rund 850‘000 Franken. Doch was tun damit?
Anfang Dezember beantragte die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) dem Dübendorfer Gemeinderat, einen Anteil von 100‘000 Franken für Natur- und Klimaschutzprojekte einzusetzen. GRPK-Präsident Patrick Schärli (CVP) sagte damals: «Damit kann ein Zeichen gesetzt werden, dass die öffentlichen Stimmen zum Thema Klimaschutz gehört werden.»
Bäumle und Walder für einmal einig
Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU) war gar nicht begeistert von der Idee, und zwar, weil der gewählte Weg falsch sei, wie er sagte. «Man kann nicht einfach 100‘000 Franken ins Budget einstellen ohne Auftrag, was damit zu tun ist.»
Die SVP schloss sich der Kritik an. Dieses Vorgehen sei willkürlich und widerspreche jeglicher Logik, hielt Gemeinderat Patrick Walder fest. Vor allem aber verwies er auf das Minus im Voranschlag. «In einem solch schlechten Jahr dürfen wir das Budget nicht noch mehr verschlechtern.» Am Ende genehmigte das Parlament den Antrag der GRPK.
Schlanke Umsetzung gefordert
Gemeinderätin Stefanie Huber (GLP/GEU) hatte noch während der Budgetdebatte eine Motion zum Thema angekündigt, und diese im Nachgang dann auch eingereicht – zusammen mit 21 Mitunterzeichnenden. Darin fordert sie den Stadtrat auf, für die Jahre 2020 bis 2022 ein Programm für die Verwendung eines Teils der Sonderdividende auszuarbeiten. Konkret geht es um 450‘000 Franken, also gut die Hälfte des gesamten Betrags.
«Ich freue mich auf bunte und spannende Projekte.»
Stefanie Huber (GLP/GEU), Motionärin
Die Projekte sollen den Charakter einer einmaligen Ausgabe haben, «schlank umsetzbar» sein und eine Reduktion von Treibhausgasen auf lokaler Ebene zum Ziel haben – oder dann der Anpassung an den Klimawandel dienen.
«Das tut Dübendorf gut»
Als Beispiele aufgelistet werden die Produktion von erneuerbarer Energie, Sanierungsmassnahmen bei öffentlichen Gebäuden ebenso wie Baumpflanzungen oder die Installation von Wasserflächen im öffentlichen Raum. Auch Massnahmen zur Förderung der Biodiversität seien denkbar, heisst es in der Begründung. Unterstützt werden könnten gemäss Motion sowohl Projekte in der Verwaltung wie auch private Initiativen.
Oder wie es Stefanie Huber an der Sitzung des Gemeinderats ausdrückte: «Ich freue mich auf bunte und spannende Projekte.» Und: «Das ist etwas, das Dübendorf gut tut.»
