Das ist eine echte Überraschung: Der Kanton präsentiert zu Weihnachten nicht nur einen ausgefeilten Vorschlag, wie sich die Oberlandautobahn in jenem Korridor realisieren lässt, der im Richtplan vorgegeben ist. Er liefert als Dreingabe gleich noch eine Variante mit. Tief drunten im felsigen Untergrund eröffnet sich die Möglichkeit zur langersehnten Lückenschliessung, ohne grossen Landverschleiss und ohne Beeinträchtigung der Anwohner.
Der entscheidende Höhenunterschied
Diese neu gefundene Verbindung folgt auffallend stark der vom Bundesgericht 2012 wegen des Moorschutzes abgelehnten Streckenführung. Aber sie weist einen entscheidenden Unterschied auf: Sie beeinträchtigt das Amitzgiriet überhaupt nicht mehr.
Garant dafür ist ein sehr dichter Molassefels, der unter dem Grundwasser liegt. Und in diesem Fels soll sich dereinst die Oberlandautobahn durchschlängeln, über sich immer mindestens sechs Meter hartes Gestein. Das Längenprofil des Tunnels zwischen Wetzikon und dem Betzholz sieht wie ein spitz stehendes Dreieck aus. Zunächst geht es dem Felsband folgend auf einer Rampe abwärts bis zur in rund 70 Meter tief liegenden Wanne auf halber Strecke, ehe die Strecke in gleichem Masse wieder bergwärts führt.
Diese Variante lässt kaum mehr Wünsche offen. Zwar braucht es hier noch viele Detailabklärungen. Doch die Zeit dafür ist vorhanden und in den 15 bis 20 Jahren inbegriffen, die das Generelle Projekt ohnehin noch benötigt. Der einzige Nachteil, den diese Variante aufweist, ist der Preis. Immerhin rund 300 Millionen Franken zusätzlich dürfte ein solcher Tunnel kosten gegenüber dem Projekt, das dem Richtplan folgt. Doch ein umfassender Schutz der Landschaft und der Bevölkerung kostet. Die Variante «Tunnel tief» ist ihr Geld sicher wert, vor allem weil sie die Chancen für eine möglichst baldige Realisierung der Lückenschliessung erhöht.

