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Dübendorfer haben ihren Kalender nun doch erhalten

Eigentlich wollte die Stadt den Abfallkalender nicht mehr automatisch an alle Haushalte verteilten und damit Geld sparen. Allerdings hätte der Gemeinderat dies erst absegnen müssen. Und deshalb ist jetzt wieder alles ganz anders.

Damit kommt man rein: die nigelnagelneue Entsorgungsberechtigungskarte 2020., «Das Vorgehen war formal falsch», sagt Tiefbauvorstand Jürgen Besmer (FDP). , Die Hauptsammelstelle in Dübendorf litt zwischenzeitlich unter starker Konkurrenz.

Thomas Bacher

Dübendorfer haben ihren Kalender nun doch erhalten

Im Juni hatte die Stadt Dübendorf kommuniziert, dass der städtische Wertstoffkalender nicht mehr automatisch an alle Haushalte verteilt werde – aus ökologischen wie auch ökonomischen Gründen. Wer den Kalender 2020 wolle, könne sich Ende Jahr eine digitale Ausgabe von der städtischen Website runterladen, hiess es. Einen physischen Kalender könne man bestellen oder an verschiedenen Stellen abholen.

Die Stadt durfte gar nicht

Trotzdem bekamen in den letzten Tagen alle Dübendorfer Haushalte ein Exemplar des Wertstoffkalenders frei Haus geliefert. Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk der Stadt, damit auch ja niemand mehr eine Abfallsammlung verpasst?

Nicht ganz, oder zumindest kein freiwilliges. Denn die Stadt wäre effektiv gar nicht befugt gewesen, die Heimlieferung des Kalenders einzustellen. Diese ist nämlich in der Verordnung über die Abfallwirtschaft der Stadt Dübendorf festgehalten. Und ändern darf diese Verordnung nur die Legislative. Dies hatte Gemeinderat Daniel Burkhardt (SVP) bereits Ende September während der Fragestunde des Parlaments angemerkt.

«Vorauseilend gehandelt»

Der zuständige Tiefbauvorstand Jürgen Besmer (FDP) sagt dazu: «Das Vorgehen war formal falsch.» Zwar arbeite die Stadt an einem neuen Abfallkonzept, das unter anderem den Verzicht auf einen Versand des Kalenders vorsehe. Dieses müsse aber erst noch dem Stadtrat und danach dem Gemeinderat vorgelegt werden. «Die zuständige Abteilung hat sicher vorauseilend gehandelt, wenn auch im guten Willen», so Besmer. «Denn mit der Änderung, die ansonsten erst Ende 2020 wirksam geworden wäre, hätten mehrere tausend Franken gespart werden können.»

Gebühr gegen «Fremdentsorger» 

Zusammen mit dem Kalender haben die Dübendorfer nun auch die Entsorgungsberechtigungskarte wieder enthalten, ohne die man auf der Hauptsammelstelle an der Usterstrasse eine Grundgebühr von zehn Franken bezahlen muss. Diese Gebühr wurde vor einigen Jahren eingeführt, weil die Verantwortlichen die Einwohner der Nachbargemeinden davon abhalten wollten, ihren Abfall in der neuen Sammelstelle zu entsorgen.

«Man benötigt nach wie vor eine Berechtigungskarte.»

Jürgen Besmer (FDP), Tiefbauvorstand

Doch dann zeigte sich, dass Auswärtige die Sammelstelle nicht in dem Mass frequentierten, wie befürchtet. Dazu kam die Konkurrenz durch private Recyclingunternehmen. Als die Stadt im Sommer verkündete, dass ab sofort keine Zutrittskarte mehr nötig sei, lautete die Begründung: Wertstoffe seien auch ein Geschäft, und da sei man froh um zusätzliche Lieferungen. Gemäss Besmer hat die Anzahl von Personen, die in Dübendorf ihren Abfall entsorgen, seit Mitte Jahr «merklich zugenommen». 

Gemeinderat soll bald entscheiden 

Doch was gilt jetzt – gratis Eintritt oder nur mit Karte? «Grundsätzlich hat sich nichts verändert: Wie in der Verordnung festgehalten, benötigt man nach wie vor eine Berechtigungskarte», sagt Besmer, relativiert aber gleich, dass auf der Sammelstelle seit einiger Zeit ohnehin nicht mehr allzu streng kontrolliert werde. «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen ihre Kundschaft mittlerweile, da ist eine Zugangskontrolle in den meisten Fällen gar nicht mehr nötig.»

Gemäss Besmer will der Stadtrat nun aber neue Tatsachen schaffen und die Verordnung über die Abfallwirtschaft so anpassen, dass die im Sommer kommunizierten Änderungen auch umgesetzt werden könnten: «Wir werden dem Gemeinderat so schnell wie möglich, also sicher noch im Jahr 2020, einen entsprechenden Antrag unterbreiten.»

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