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Ein Kanton Uster? Na ja, lieber nicht!

Was wäre, wenn alle Kantone gleich viele Einwohner hätten? Dann gäbe es einen Kanton Uster – hat das Onlinemagazin «Watson» ausgerechnet.

So würde das neue Konstrukt aussehen.

Grafik: «Watson»

Ein Kanton Uster? Na ja, lieber nicht!

Das passiert, wenn Datenjournalisten zu viel Zeit haben und niemand sie aufhält. Das Onlinemagazin «Watson» hat sich selbst die Frage gestellt: Was, wenn jeder Kanton gleich viele Einwohner hätte – nämlich 427‘000? Das Ergebnis des Gedankenspiels wäre eine geografisch komplett umstrukturierte Schweiz mit einem Kanton Zürich, der sich im Wesentlichen auf die Stadt Zürich beschränken würde. Und: Es gäbe einen «Kanton Uster».

Dieser Kanton Uster wäre quasi ein Gross-Oberland inklusive dem Oberen Glattal und den Sankt Galler Gemeinden Rapperswil-Jona, Schmerikon, Uznach und Eschenbach. Eschenbach, wirklich? Da hätte man dem Nachbarkanton St. Gallen wenigstens als Gegenleistung die Gemeinde Fischenthal abtreten können. Gratis, natürlich, im Sinne eines Lastenausgleichs. Aber okay, zusammen mit dem schönen Rapperswil wäre die Rechnung wohl einigermassen ausgeglichen und es dürfte zumindest kurzfristig nicht zu einem Grenzkrieg mit dem Nachbarkanton kommen.

Ein Krieg wäre unausweichlich

Um den inneren Frieden des Kantons Uster wäre es aber wohl nicht so gut gestellt. Denn es gäbe ganz klar Sieger und Verlierer der Umteilung. Wetzikon etwa wäre nicht mehr länger ein unwichtiges Kaff irgendwo in der östlichen Grenzregion des Kantons, sondern neu die viertgrösste Stadt genau im Zentrum. Der Slogan «Wetzikon – das Herz des Kantons Uster» würde sich da regelrecht aufdrängen. Die Touristen kämen von ganz alleine.

Dübendorf, neu drittgrösste Stadt des Kantons, dürfte mit seiner neuen Rolle als Aussenposten aber wohl nicht klarkommen. Zwar gäbe es endlich eine Kantonsgrenze zwischen der Stadt an der Glatt und den arroganten Zürchern. Doch dass sich die Ustermer als neue Hauptstädter besser benehmen würden, ist nicht anzunehmen.

Im Gegenteil. Schon heute haben sie alle wichtigen Amts- und Beratungsstellen an sich gerissen und benehmen sich mit ihrer gender- und feminismusfreundlichen Art geradezu aufreizend urban. Völlig klar, dass sie abschätzig auf die vermeintlich unterentwickelten Randregionen hinabblicken und diese entsprechend behandeln würden. Immerhin: Ein interkantonaler Konflikt wäre schnell entschieden, denn Uster hat zwar mehr Kinderkrippen, Dübendorf dafür aber einen Militärflugplatz.

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