Die Sek Wila soll ihre Schüler behalten dürfen
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schulen im mittleren Tösstal haben sich auf eine Grenzbereinigung geeinigt
- Alle vier Schulgemeinden sollen bestehen bleiben
- Die Sekundarschule Wila soll ihre Schüler mittels Anschlussvertrag behalten können
Lange herrschte Unklarheit, wie die Schulen im mittleren Tösstal ihre Grenzen bereinigen wollen. Nun ist es klar: Die beiden Primarschulen von Wila und Turbenthal und die beiden Sekundarschulgemeinden Wila und Turbenthal-Wildberg sollen bestehen bleiben.
Damit sind Fusionen seitens Schulen vorderhand vom Tisch. Die Grenzen sollen einzig so angepasst werden, dass sie mit denjenigen der Politischen Gemeinden deckungsgleich sind. Entsprechende Gebiete, bei denen das heute nicht der Fall ist, sollen abgetauscht werden.
Wechsel der Primarschule
Für die beiden Primarschulen bedeute das eine «relativ geringe Verschiebung der Grenze», wie die Arbeitsgruppe Grenzbereinigung in einer kürzlich versandten Mitteilung schreibt. Diese Gruppe besteht aus den vier Schulpräsidenten und einer externen Projektbegleitung. Konkret soll die Primarschule Wila das Gebiet der Gehöfte rechts des Steinenbachs im Steinenbachtal sowie Tablat an die Primarschule Turbenthal abtreten.
Die Schüler aus diesen Gebieten sollen neu nach Turbenthal in die Primarschule gehen. Genauer: Ins Schulhaus Schmidrüti, wie der «Landbote» kürzlich berichtete. Per Schulbus sollen sie dorthin gefahren werden. Der Schulwechsel für die Kinder erfolgt dabei erst auf das neue Schuljahr 2021/22. «Für Kinder, die die letzte Klasse eines Klassenzugs besuchen, besteht ausserdem die Möglichkeit, dies am alten Schulstandort zu tun», heisst es in der Mitteilung weiter.
Eine «gute Lösung»
Umfassender fällt die Grenzverschiebung zwischen den beiden Sekundarschulgemeinden aus. Neu sollen Tablat, das Steinenbachtal, Schmidrüti und Schalchen zur Sekundarschule Turbenthal-Wildberg gehören. Damit die bereits heute eher kleine Sek Wila nicht eine erhebliche Anzahl an Schüler verliert, haben sich die beiden Sekundarschulen auf einen Anschlussvertrag geeinigt. Das heisst, die Jugendlichen aus den genannten Gebieten werden weiterhin nach Wila in die Sek gehen.
«Das bezahlte Schulgeld wird den Ausfall an Steuereinnahmen wohl nicht aufwiegen.»
Felix Adelmeyer (parteilos), Präsident Sekundarschule Wila
Der Wilemer Sekundarschulpräsident Felix Adelmeyer (parteilos) spricht auf Anfrage von einer «guten Lösung». Froh ist er vor allem darüber, dass seine Schule keine Jugendlichen verliert. Er rechnet aber damit, dass die neue Regelung zu Mehraufwendungen für seine Schule führt. «Das bezahlte Schulgeld wird den Ausfall an Steuereinnahmen wohl nicht aufwiegen.»
Urnenabstimmung im November 2020
Die Einwohner der neu per Vertrag an die Sek Wila angeschlossenen Gebiete zahlen ihre Steuern nämlich neu in der Sekundarschule Turbenthal-Wildberg. Im Gegenzug wird diese der Sek Wila für entsprechende Schüler Schulgeld bezahlen. Die Einwohner entsprechender Gebiete verlieren ausserdem ihr Mitbestimmungsrecht bei der Wilemer Sekundarschule, zum Beispiel an Gemeindeversammlungen.
Laut Arbeitsgruppe liegen die Verträge für die Gebietsveränderungen vor. Sie sollen den Stimmberechtigten am 29. November 2020 an der Urne unterbreitet werden. In Kraft treten sollen die neuen Grenzen per 2021. Hierfür müssen alle vier Schulgemeinden zustimmen.
Unabhängig von Initiativen
Die Grenzbereinigung ist nötig aufgrund des neuen Gemeindegesetzes, welches deckungsgleiche Grenzen von Polit- und Schulgemeinden vorschreibt. Ein erster Versuch hierzu ist im mittleren Tösstal 2016 an der Urne gescheitert. Damals schickten die Stimmbürger eine Fusion der drei Primar- und zwei Sekundarschulgemeinden von Turbenthal, Wila und Wildberg knapp bachab. Die Primarschulgemeinde Wildberg ist mittlerweile sowieso nicht mehr an Bord. Sie wird in die Politische Gemeinde Wildberg integriert werden.
Felix Adelmeyer ist zuversichtlich, dass die vorgeschlagene Bereinigung dieses Mal gelingt. Dieser Prozess verläuft übrigens auch unabhängig vom weiteren Verlauf der Initiativen zur Zukunft von Wila. «Wir müssen die Grenzen so oder so bis 2022 angepasst haben», sagt Adelmeyer. Die Vorlage der Schulen schaffe keine Hindernisse für diese Initiativen.
